Galmsbüll : Mehr Windkraft: Antrag ist gestellt

Die Norderhofer Windkraftanlagen in der Gemeinde Galmsbüll. Foto: Dieter Wrege
Die Norderhofer Windkraftanlagen in der Gemeinde Galmsbüll. Foto: Dieter Wrege

Die Gemeindevertreter folgten dem Votum der Bürger und sprachen sich für die Ausweisung weiterer Windeignungsflächen in Galmsbüll aus.

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09. Juni 2009, 10:40 Uhr

Galmsbüll | Wenn es aus Kiel grünes Licht für eine Ausweitung der Windkraftflächen in Galmsbüll gibt, dann soll es in der Gemeinde einige Windkraftanlagen mehr geben. Das erhofft sich eine Mehrheit von Bürgern der Koogsgemeinde, die ihrer Gemeindevertretung mit einem entsprechenden Votum den Rücken stärkte und sich für mehr Anlagen aussprach.

Die Gemeindevertretung unter dem Vorsitz von Bürgermeister Norbert Rühmann folgte jetzt dem Votum der Bürger und beschloss nach nur kurzer Aussprache, dem Kreis Nordfriesland einen Antrag auf die zusätzliche Ausweisung von zwei Gebieten zuzuleiten. Das sind die Gebiete "Norderhof" und "Marienloog/Neuer Christian-Albrechts-Koog". Würde nur eines der beiden Gebiete genehmigt, dann solle "Norderhof" Priorität erhalten.
Die Historie
Am 29. März hatten 289 von 458 stimmberechtigten Galmsbüllern ihr Votum zum Thema Windkraft abgegeben. 164 sprachen sich für eine Ausweisung beider Gebiete aus, 20 für nur eines (Norderhof). 105 Galmsbüller sprachen sich gegen weitere Anlagen aus. Ihnen hatten sich weitere 19 per Internet angeschlossen.
Entscheidung völlig offen
"Ich vermag nur schwer einzuschätzen, ob man uns eine oder beide Flächen zuweisen wird", erklärte Rühmann. Völlig offen sei für ihn die aus Kiel zu erwartende Entscheidung, wenn die gesamte Windeignungsfläche, statt nur um 0,25 Prozent, um einen ganzen Prozent ausgeweitet würde.

Die Galmsbüller Windmüller gründen ihre positiven Erwartungen auf die vorhandene Infrastruktur und einen sparsamen Flächenverbrauch. Fällt die Entscheidung positiv aus, sind für Norderhof sieben Anlagen mit einer Leistung von je 2,3 Megawatt (MW) vorgesehen. Bei Investitionen von 25 Millionen Euro läge die Produktionserwartung bei 50 Millionen Kilowattstunden jährlich. Am anderen Standort würden bis zu sechs Anlagen mit je 3,6 MW entstehen, 30 Millionen Euro kosten und 55 bis 65 Millionen Kilowattstunden bringen. Etwa 65 Prozent der Galmsbüller könnten sich an der Erweiterung beteiligen. Doch das alles sei völlig offen, lies der Bürgermeister anklingen.
Aufbau von Solareinlagen - nur mit vielen Einschränkungen
Die Nutzung einer weiteren regenerativen Energiequelle ist zwar noch kein Thema, wurde aber angesprochen. Rühmann berichtete, dass der Aufbau von Solaranlagen in den Kögen der Gemeinde grundsätzlich möglich sei - mit einer Vielzahl von Einschränkungen. So müssten Abstände zum Außendeich von drei Kilometern und zur Bebauung von 300 Metern eingehalten werden. Anlagen seien nur auf Ackerflächen möglich und nicht auf Biotop-Verbundflächen.

Ob ernsthaftes Interesse vorläge, konnte Rühmann allenfalls mit einem vagen "Jein" beantworten. "Es war nur eine Info zum diesem Thema", fügte er hinzu.

Übrigens: Auf Dächern darf Solarenergie weitgehend uneingeschränkt genutzt werden - und ist auch bereits der Fall.

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