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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 16:02 Uhr

Zugverkehr : Mehr Wartezeit am Bahnübergang

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Deutsche Bahn will ab 13. Dezember die Fahrten des Syltshuttles verdoppeln / Zwei Stunden mehr Schließzeit an der Gather Landstraße

Für rund ein Drittel der Niebüller Bevölkerung gehören Wartezeiten am Bahnübergang Gather Landstraße zum Alltag. Eine Messung von Schülern förderte bereits zutage, dass die Bahnschranken hier in der Zeit von 6 bis 21 Uhr täglich rund 9 Stunden geschlossen sind. Nach einer Ankündigung der Deutschen Bahn, den Fahrbetrieb des Syltshuttles ab 13. Dezember zu verdoppeln, droht sich das Ärgernis für Passanten, Rad- und Autofahrer künftig noch zu verschärfen (wir berichteten).

Auf einer Infoveranstaltung in der Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule wurde gestern Abend gemeinsam mit den Akteuren über das Thema „Autozug Sylt“ diskutiert. Als Teilnehmer stellten sich der Geschäftsführer der DB AutoZug Syltshuttle, Alfred Onken, gemeinsam mit dem Pressesprecher der DB AG, Egbert Meyer-Lovis, der Geschäftsführer von RDC, Hinrich Krey, und Carsten Carstensen (ebenfalls RDC), sowie der Arbeitsgebietsleiter Betrieb von DB Netze, Sönke Kreft, den kritischen Fragen aus Politik und Bevölkerung.

Alfred Onken schenkte den rund 60 Zuhörern unumwunden reinen Wein ein: „Wir werden den Betrieb des Syltshuttles vom Stunden- auf Halbstundentakt umstellen. Das Programm wird 365 Tage im Jahr gefahren. Es gibt damit keine Saisonzeiten mehr.“ Auch Hinrich Krey vom Mitbewerber RDC sprach zum Thema Wartezeiten Klartext: „Es werden künftig doppelt so viele Züge fahren, und die Wartezeiten werden sich damit natürlich verschieben.“ Um einschätzen zu können, wie sich die Veränderungen rund um Niebülls Bahnhof künftig für die Wartenden am Bahnübergang auswirken werden, gab Sönke Kreft von der DB-Netze ein Rechenbeispiel. Demnach könnten die zusätzlichen Zugbewegungen, die mit rund vier Minuten Schrankenschließzeit veranschlagt sind, für mehr als zwei Stunden Wartezeit sorgen. Eine Nachricht, die vielen Anwesenden offenbar sauer aufstieß: „Täglich stehe ich vor dieser Schranke – ich verstehe nicht, warum man in Bredstedt eine Fußgängerbrücke bauen kann und bei uns nicht“, wunderte sich ein Niebüllerin. Kommunalpolitikerin Anja Cornils (CDU) mahnte daraufhin, mit den Betreibern im Gespräch zu bleiben und auch weiterhin nach einer Lösung für das Problem zu suchen.

Bürgermeister Wilfried Bockholt zeigte sich nach den Ausführungen der Unternehmensvertreter etwas weniger besorgt: „Ich habe die stille Hoffnung, dass die Steigerung sich nicht so extrem auswirken wird.“ Er kündigte aber trotzdem an, dass unabhängig von den tatsächlichen Belastungen im kommenden Jahr eine neue Ideensammlung angeschoben werden soll.  


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