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Gedenken in Ladelund : Mehr Teilnehmer aus dem In- und Ausland als je zuvor

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum Volkstrauertag in Ladelund waren allein 130 Bürger aus der niederländischen Stadt Putten angereist.

70 Jahre nach der Einrichtung des Außenlagers Ladelund des KZ Neuengamme nahmen am Volkstrauertag in Ladelund so viele Menschen aus dem In- und Ausland teil, wie noch niemals zuvor. Allein aus der niederländischen Stadt Putten waren 130 Personen angereist, überwiegend Nachfahren der 111 Gefangenen aus ihrem Heimatort, die auf dem Friedhof in Ladelund ihre letzte Ruhe gefunden haben. Sie zählen zur den insgesamt 301 KZ-Toten aus 18 Nationen, die Pastor Johannes Meyer während der nur sechswöchigen Existenz des Lagers beerdigte und namentlich festhielt.

Die Gedenkfeier begann mit einem Gottesdienst in der St. Petri-Kirche, der wegen Überfüllung des Gotteshauses auch in die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund übertragen wurde. Sie stand ganz im Zeichen des 84. Psalms, den die Männer aus Putten vor ihrer Verschleppung als Gefangene in ihrer Kirche gesungen hatten. Die Liturgie des Gottesdienstes zelebrierte Pastor Hans-Joachim Stuck. Die Predigt hielt Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk, Vorsitzender des Kirchenkreisrates Nordfriesland. „Der Volkstrauertag ist ein Karfreitag“, so stellte er fest, „die Versöhnung ein Geschenk wie der Abendmahlkelch, den Pastor Meyer von den Menschen aus Putten erhielt.“ Es sei eine Gnade, sich nach dem Klagen über erlittenes Unrecht am Ende doch wieder vertrauensvoll Gott zuwenden zu dürfen. Mirko March, der die Orgel spielte, wurde traditionsgemäß vom Puttener Organisten Teun van Unen abgelöst, als die Versammelten den 84. Psalm anstimmten.

Nach der Totenehrung begaben sich die Versammelten auf den Friedhof an die KZ-Gräber, um der Niederlegung von zwölf Kränzen beizuwohnen. Das erste Gebinde legte Konsul Dr. Fürsen für das Königreich der Niederlande, den zweiten Bürgermeister Henk Lambooij (Putten) und die beiden letzten Gebinde Bürgermeister Rüdiger Brümmer und Sighart Baumgardt, Vorsitzender des Kirchengemeinderates Ladelund, nieder. Eingeleitet wurde die Zeremonie durch den von Dieter Charbon dirigierten Posaunenchor des Posaunenbezirks Südtondern der Evangelischen Posaunenmission, beendet durch Lieder vorgetragen vom niederländischen Männerchor „Fontanus“. Anschließend fanden in den Ehrenmalen in Ladelund und Westre die Ehrungen der deutschen Kriegsopfer statt.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Buches „Hinabgestiegen in das Reich des Todes“, das von ihrem Vater, Pastor Harald Richter, dem Amtsnachfolger von Pastor Johannes Meyer und – mit diesem zusammen – leidenschaftlich engagierten Pionier der Versöhnungsarbeit, verfasst wurde. Dabei warteten auch Bischof Gothart Magaard und Ministerin Anke Spoorendonk mit je einer Rede auf (Bericht folgt).

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erstellt am 17.Nov.2014 | 05:45 Uhr

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