Wildrettung : Mehr Sicherheit für Wildtiere

Wollen Tiere auf den Feldern besser schützen:  Jörg Klug, Sönke Clausen und Jürgen Bossen mit dem elektronischen Rehkitz-Retter.  Fotos: jesumann (2)
Wollen Tiere auf den Feldern besser schützen: Jörg Klug, Sönke Clausen und Jürgen Bossen mit dem elektronischen Rehkitz-Retter. Fotos: jesumann (2)

Mit mehreren elektrischen Rehkitz-Rettern wollen Jäger und Landwirte aus Achtrup und Lütjenhorn Wildtiere wie Rehkitze besser schützen

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05. Juli 2014, 05:00 Uhr

Wenn Landwirte ihre Felder mähen, dann fallen in der Regel nicht nur die Halme: Auch Wildtiere können durch die wuchtigen Maschinen Schaden nehmen. „Man geht davon aus, dass rund 60 Prozent der Rehkitze durch landwirtschaftliche Arbeiten zu Tode kommen“, rechnet Sönke Clausen vor. „Das müssen wir eingrenzen.“ Gemeinsam mit Jagdvorsteher Jörg Klug und dem Achtruper Jäger Jürgen Bossen will der Jäger aus Lütjenhorn jetzt mit moderner Technik für mehr Sicherheit auf den Feldern sorgen.

Künftig sollen acht elektronische Rehkitz-Retter besonders die Kitze vor den landwirtschaftliche Maschinen schützen. „Die Geräte geben regelmäßig akustische Signale ab, die die Tiere von den Flächen vertreiben sollen“, erklärt Jörg Klug die simple Funktionsweise der dosenförmigen Apparate. Damit die batteriebetriebenen Warnsysteme ihre optimale Wirkung entfalten, werden sie an eisernen Stangen aufgehängt, die mit einem Flatterband auch für den Landwirt auf seiner Maschine sichtbar sind.

Bisher sind die Jäger und Landwirte vor dem Mähen die Felder abgelaufen und haben die Tiere aufzuscheuchen versucht – eine zeitraubende und schweißtreibende Aufgabe bei rund 3000 Hektar, die für Lütjenhorn und Achtrup anfallen. „Wir werden diese Arbeit natürlich auch weiterhin machen“, versichert Jürgen Bossen, „aber die Geräte können uns dabei unterstützen, dass wir die Tiere effektiver schützen können.“ Rund 90 Euro pro Rehkitz-Retter haben sich die Jagdgenossenschaften der beiden Gemeinden die Apparate kosten lassen.

Der Schutz der Tiere ist den Männern ein wichtiges Anliegen: „Wir haben Verantwortung und nehmen sie auch wahr“, sagt Jörg Klug. Bei der Maßnahme haben Landwirte und Jäger daher nicht nur die Sicherheit der Rehkitze im Blick: „Es geht auch um Enten- und Fasanen-Gelege, Junghasen oder Wildschweine“, so Jäger Jürgen Bossen. Mit fortschreitender Entwicklung der landwirtschaftlichen Maschinen ist auch die Gefahr für die Wildtiere in den vergangenen Jahren gewachsen. „Die modernen Schlepper haben heute eine Schnittbreite von 9,60 Meter – da hat so ein Tier nur wenig Chancen“, sagt Sönke Clausen selbstkritisch. Die bisherige Zusammenarbeit mit den Bauern, die regelmäßig ihre Mäh-Termine durchgeben müssten, funktioniere sehr gut, betont Jürgen Bossen. Trotzdem lasse sich die Wildrettung jetzt noch einmal verbessern.

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