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Nordfriesland Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:59 Uhr

Sozial : Mehr Platz für die Tafel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Tafel Südtondern hat sich in Leck vergrößert – mit viel Unterstützung, aber auch viel Eigenleistung.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 05:00 Uhr

Die Ausgabestelle der Tafel Südtondern in Leck ist gewachsen: In der Rudolf-Diesel-Straße 16 ist ein rund 55 Quadratmeter großer Anbau entstanden – mit viel Unterstützung, aber auch durch viel Eigenleistung des Tafel-Teams. Der Extra-Raum erfüllt gleich mehrere Funktionen. Zum einen dient er als zusätzlicher Lagerraum, zum anderen können die Fahrer den Tafeltransporter hineinsteuern, was das Entladen der Waren beträchtlich erleichtert. Und: Die Kunden sind jetzt nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt, wenn sie auf die Ausgabe warten.

Seiner Freude über den fertigen Anbau gab der Vorstand (großes Foto) in einer Feierstunde Ausdruck. „Aller guten Dinge sind drei“, sagte Reimer Bock, Vorsitzender des Vereins in einer Rückschau. Denn: Die Südtondern Tafel ist seit Gründung im August 2011 an ihrem mittlerweile dritten Standort in Leck tätig. War die Ausgabe zunächst im Rathaus, folgte 2013 der Umzug in die Rudolf-Diesel-Straße 19. Ein Jahr später kam der nächste Standortwechsel in die Rudolf-Diesel-Straße 16, nachdem der Verein das Grundstück erworben hatte. Der erste Ausgabetag erfolgte im Oktober 2014 – bei laufenden Bauarbeiten.

Die Gesamtkosten für Kauf und Bauarbeiten beziffert der Verein auf rund 100  000 Euro. Den Um- und Anbau übernahmen zum großen Teil hiesige Firmen – „mit großzügiger materieller und finanzieller Unterstützung oder gar kostenlosen Dienstleistungen“, wie Reimer Bock ausführte und allen Beteiligten für das „herausragende Ergebnis“ dankte. Der Architekt habe die Statik kostenfrei berechnet, beim Amt Südtondern sei man den Bauherren entgegengekommen, und auch das Bauamt des Kreises Nordfriesland habe den Antrag sehr zügig bearbeitet. Firmen hätten unter anderem Fenster und ein großes, ferngesteuertes Rolltor gespendet – Einbau inklusive. Auch bei Baumaterialien wie dem Beton durfte sich das Tafelteam über große Preisnachlässe freuen, die Gemeinde Leck sei bei den Kosten für die Oberflächenwasserleitung eingesprungen. Dazu kam die Eigenleistung der Ehrenamtlichen, die Zeit, Geschick und eigenes Werkzeug in den Anbau investiert hatten.

„Es ist großartig, was Sie hier aus dem Boden gestampft haben. Wir hätten uns das nur erträumen können“, sagte Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn. Die Südtondern Tafel sei als Einrichtung erforderlich, helfe denen, die Unterstützung benötigten. „Und wir wissen, dass noch viele Menschen dazu kommen werden“, sagte Langbehn mit Blick auf die wachsende Zahl der Flüchtlinge. Amtsdirektor Otto Wilke sprach in diesem Zusammenhang sogar von „wahrscheinlich sehr, sehr vielen Menschen“, die zukünftig auf die Tafel Südtondern angewiesen sein würden. Die Tafel versorge nicht nur Menschen in Leck und dem ehemaligen Amt Karrharde sowie in Niebüll, sondern in ganz Südtondern, betonte Wilke und lobte die beiden „großartigen Ausgabestellen.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass sich jede Woche so viele Menschen ehrenamtlich einsetzten. „Und es ist auch nicht selbstverständlich, was hier geleistet wurde. Ich kann mir die Tafel aus Südtondern nicht mehr wegdenken.“

Sein ehrenamtliches Helferteam zum Sortieren und Verteilen der Lebensmittel sieht Reimer Bock derzeit gut aufgestellt: „Aber mehr Fahrer wären schön, die jetzt im Einsatz sind, sind alle um die 70 Jahre alt.“ Die steigende Zahl der Flüchtlinge sei noch gut zu bewältigen, es könne weiterhin großzügig an alle Kunden ausgegeben werden. „Aber das müssen wir natürlich im Auge behalten – und vielleicht irgendwann rationieren.“

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