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Wahl zum Menschen des Jahres : Mehr Mobilität für Jung und Alt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Menschen des Jahres 2014: Heike Prechel brachte mit ihrem Engagement den Ladelunder Bürgerbus ins Rollen

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 11:23 Uhr

Drei Jahre ist es her, dass Heikel Prechel mit ihrem Mann auf der Ladelunder Seniorenweihnachtsfeier saß und mit den Tischnachbarn ins Gespräch kam. Diese bedauerten, dass sie aus dem Ort vermutlich wieder wegziehen würden, weil er zu wenig Mobilität biete. Und dass es schade sei, dass es in der Region keinen „Bürgerbus“ gäbe, so wie es in anderen Bundesländern bereits üblich sei. Heike Prechel (62) hatte vorher von dem Begriff nie etwas gehört, war jedoch gleich angetan. „Der Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf“, so die ehemalige Lehrerin und Mutter von drei Kindern. Sie machte sich im Internet schlau, stellte Kontakte her, suchte sich Mitstreiter und wunderte sich immer wieder, dass in Schleswig-Holstein erst drei derartige Mobilitätsprojekte ins Leben gerufen wurden.

2013 erfolgte dann die Gründung des Vereins „Bürgerbus Ladelund“ mit dem Ziel, Jung und Alt auch ohne eigenes Auto mobiler zu machen.

Für die Anschaffung des behindertengerechten Kleinbusses mit acht Sitzplätzen wurde kräftig die Werbetrommel gerührt, um Fördergelder zu erhalten. „Anfangs dachten wir noch, wir kaufen einen Bus und fahren los“, erinnert sich Heike Prechel. „Aber sehr viele Hürden waren auf dem Weg zu überwinden.“ Ob Vertrag mit der Autokraft GmbH schließen, Flyer und Fahrpläne erstellen, Werbepartner sowie Busfahrer finden – das Projekt entwickelte sich zum Vollzeitjob für Heike Prechel.

Etliche Probefahrten wurden gemacht, um die Dauer der Fahrten zu den jeweiligen Haltestellen zu stoppen und die ehrenamtlichen Fahrer zu schulen. Seit dem 14. Juli fährt nun der Bus nach festgelegtem Fahrplan als Linienverkehr zwischen Ladelund und den Nachbarorten – und zwar mit großem Erfolg. Mittlerweile nutzten schon mehr als 2600 Bürger den Fahrdienst, darunter auch viele Kinder. Jüngst ist in Planung, das Angebot zu erweitern. Ein zusätzlicher Bus soll angeschafft werden, der dann als Zubringer für die kleineren Orte dient. „Es gibt immer etwas zu tun“, resümiert Heike Prechel, die lieber im Hintergrund steht und betont, dass das Projekt nur im Team realisiert werden konnte. „Der Bürgerbus bedeutet sehr viel Arbeit für mich und jeden in unserem Team, auch mehr als ich erwartet hatte, aber wir werden entlohnt durch so viel Dankbarkeit von den Fahrgästen“, so Heike Prechel. Die Weihnachtsfeier vor drei Jahren habe ihr Leben sehr verändert, ergänzt die 62-Jährige. Als der Kleinbus am 5. Juli erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, saß auch das Ehepaar mit drin, das damals auf der Seniorenfeier von einem Bürgerbus erzählt hatte. Die beiden älteren Ladelunder sind letztendlich doch nicht weggezogen. Und der Bürgerbus rollt.

 

 

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