Fahrradkonzept Niebüll : Mehr Komfort und Sicherheit

Zwei denkbare Motorroller-Parkflächen: der Parkplatz Höhe Rathausstraße 6 oder ein zu bauendes Carport auf der Grünfläche zwischen Wasserturm und Gather Landstraße.
Zwei denkbare Motorroller-Parkflächen: der Parkplatz Höhe Rathausstraße 6 oder ein zu bauendes Carport auf der Grünfläche zwischen Wasserturm und Gather Landstraße.

Ausschussmitglieder berieten über erweitertes Konzept für Fahrrad- und Motorrollerabstellflächen am Bahnhof

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06. Juli 2015, 05:00 Uhr

Dass es für Fahrrad- und Motorroller fahrer am Bahnhof eng wird, ist nicht neu. Die aktuell 233 Abstellplätze zwischen Post und neg-Bahnhofsgebäude für Fahrräder reichen nicht aus. Seit Jahren beschäftigt sich der Ausschuss für Bau und Verkehr mit der Suche nach Lösungen. Pläne für die Schaffung von 144 zusätzlichen Fahrradstellplätzen hatte  Stadtplaner Arno Behnemann bereits im September 2014 vorgestellt. Nun befasste sich das Gemium unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Lorenz Jessen (SSW) erneut mit dem Thema.

Die bereits in den Haushalt 2015  eingestellten 40000 Euro für die Erweiterung der Fahrradabstellanlage am Bahnhof möchte  Niebüll auf dem Weg zur „Fahrradfreundlichen Stadt“  in jedem Fall investieren. Aber nun könnte das Projekt sogar etwas umfangreicher ausfallen, denn die Stadt hat einen  möglichen Topf mit öffentlichen Zuschüssen ausgemacht. „75 Prozent der Netto-Bau- und Planungskosten sind dann förderfähig“, berichtete Udo Schmäschke vom Amt Südtondern.  Bedingung: Die Stadt müsse in ihre Planungen allerdings die Förderansätze mit einbeziehen.

Der neue Plan: Die Fahrradstellplätze werden erweitert, die derzeit 30 bis 40 Motorrollerstellplätze für Fahrräder umgewidmet. Vorgesehen sind ebenfalls verglaste, abschließbare Räume für teure E-Bikes, die mit Hilfe eines Chipsystems genutzt werden könnten. Die Motorrollerfahrer allerdings müssten  umziehen. Wohin? 1. Variante: Die Grünfläche zwischen Wasserturm und Gather Landstraße  wird hergerichtet.  Hier würde dann ein Unterstand in Carporthöhe entstehen. Auf das schon früher genannte Kriterium, die Strecke zum Bahnhof sei für die Rollerfahrer unattraktiv, weil zu weit entfernt, entgegnete Bürgermeister Wilfried Bockholt: „Entfernung muss durch Komfort schmackhaft gemacht werden.“  Bürgervorsteher Uwe Christiansen gab zu bedenken, der Neubau könne sich störend auf das Gesamtbild am sanierten Wasserturm auswirken. Wilfried Bockholt  verneinte dies und  nannte als Vorbild für eine mögliche Bauweise des Unterstandes das Beispiel Bahnhof Langenhorn. Hier sei mit einem Ständerwerk und Ausfachungen etwas geschaffen worden, was sich in die Umgebung einfüge und auch gut mit dem Niebüller Wasserturm harmonieren würde.

Einen Schönheitsfehler hat diese Variante: Die Zu- und Ausfahrt  erfolgt über die Gather Landstraße (Höhe Tankstelle), und die ist durch  den starken Auto-, Rad- und Fußgängerverkehr,  durch lange Wartezeiten am Bahnübergang noch  verschlimmert, ohnehin schon überlastet. Lorenz Jessen (SSW): „Ich habe Bauchweh bei dem Gedanken, dass  auf diesem Stück, der auch Schulweg ist,  die Roller herausschießen.“ "Diese Gefahr sieht auch Uwe Christiansen.  „Dieser Bereich der Gather Landstraße wird täglich von hunderten von Menschen genutzt. “

Sieghard Schmanteck (SPD) brachte als Variante 2  die mehrfach diskutierte Fläche in der Rathausstraße zwischen neg-Bahnhof auf der einen und den Häusern Nr. 4 und Nr. 6 (ehemalige Arztpraxis) auf der anderen Seite ins Gespräch. „Die sechs Pkw-Stellplätze werden hauptsächlich von Dauerparkern belegt.“ Hier könne man Rollerstellplätze einrichten. Die Zufahrt erfolge von der Rathausstraße aus – und sei wesentlich ungefährlicher. Udo Schmäschke riet, die Verfügbarkeit der Stellplätze zu prüfen. „Zuviele ungelegte Eier“,  befand  Uwe Christiansen. Er regte,  wie auch   Bernd Neumann (CDU) an, offene Fragen zu klären. Jetzt wird  geprüft, nach den Sommerferien sollen die Ergebnisse  erneut in den Ausschuss,  und anschließend wird der Förderantrag gestellt. Das ursprüngliche Konzept ist bis zu einem endgültigen  Bescheid auf „Eis“ gelegt.

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