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Asylsuche : Mehr Flüchtlinge: Amt bleibt gelassen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Amt Südtondern rechnet für 2016 mit rund 300 weiteren Asylsuchenden / Amtsgemeinden werden an Integrationspauschale nicht direkt beteiligt

Krieg und Vertreibung lassen den Zustrom von Menschen aus Krisenregionen nach Schleswig-Holstein in absehbarer Zeit nicht abreißen. Bis zu 20  000 Asylsuchenden erwartet man bis Jahresende im nördlichsten Bundesland. Nach einem Aufenthalt in Erstaufnahmelagern werden die Männer, Frauen und Kinder an die Kreise und Ämter „verteilt“. So kommen die Geflohenen schließlich auch nach Südtondern. Während die Amtsverwaltung für das gesamte Jahr 2015 mit 240 Asylsuchenden rechnet, sollen es im nächsten Jahr rund 300 werden. Das Flüchtlings-Thema ist so mittlerweile in der politischen Diskussion im Amtsgebiet ebenfalls zur Chefsache geworden.

Auch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses des Amtes Südtondern ging es daher zuerst um das Schicksal der Asylsuchenden: Noch vor der Beratung über aktuelle Tagesordnungspunkte informierte Amtsdirektor Otto Wilke die versammelten Bürgermeister über die aktuellen Entwicklungen in Flüchtlingsfragen. So gab er an, dass es zunehmend schwieriger werde, alle Flüchtlinge in den Zentralorten unterzubringen. „Wir werden weiter in die Fläche gehen müssen. Dafür benötigen wir auch die Unterstützung aus den Gemeinden.“ Die Verwaltung sei zwar in ständigem Austausch mit den ehrenamtlichen Helfern, um die Unterbringung für die ankommenden Menschen bestmöglich zu organisieren, doch bei der Suche nach geeignetem Wohnraum könnten die Kommunen wertvolle Tipps geben. Dass man in der Verwaltung nicht wissen kann, wer von den Asylbewerbern wieder zurückgeführt wird, erschwert die Aufgabe. Es sei aber zu beobachten, so Wilke, dass es eher Familien seien, die sich langfristig im Amtsgebiet niederlassen wollen. „Die jungen Männer wandern eher in den Süden und in die Großstädte ab.“

Um die Kosten für Unterbringung und Versorgung der Menschen zu stemmen, erhält das Amt für jeden Asylsuchenden eine einmalige „Integrationspauschale“ in Höhe von 900 Euro aus der Landeskasse. Auf die Nachfrage des stellvertretenden Lecker Bürgermeisters Ingo Scholz, ob diese Finanzhilfe auch für die Bereitstellung von Kitaplätzen und zur Deckung anderer Ausgaben für die Flüchtlinge in den Kommunen genutzt werden könne, erteilte der Amtsdirektor eine klare Absage: „Wir müssen die 900 Euro mit dem Land abrechnen. Es ist nicht geplant, dass das Geld in die Gemeinden verteilt wird.“ Daraufhin verdeutlichte Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn noch einmal die Dringlichkeit dieses Anliegens: „Unsere ehrenamtlichen Helfer werden demnächst überlastet sein.“ Darum sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, um über Unterstützung zu reden. „Es geht auch hier um viel Geld“.

Otto Wilke machte klar, dass es aus Sicht der Amtsverwaltung keinen Grund zur Panik gebe: „Wir sind in der Lage, diese Aufgabe zu schultern – Land unter ist auch in den nächsten Wochen nicht in Sicht.“ Grund dafür sei, dass sich die Hilfe für die Ankommenden im Amt mittlerweile sehr gut organisiert habe. „In Zukunft werden wir versuchen, diese Strukturen noch weiter auszubauen und zu verstetigen.“ 

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