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Hundefreilauf kommt : Mehr Auslauf für Niebülls Vierbeiner

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wirtschaftsausschuss empfiehlt 20 000 Euro-Zuschuss für Hundefreilauffläche / Noch sind die Mitgliederzahlen des Vereins gering

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Die Wahl für eine künftige Hundefreilauffläche fiel auf ein 8 000 Quadratmeter großes Grundstück auf der Rückseite der Sportplätze des TSV Rotweiß Niebüll, Nähe Bürgerwiese und Reithalle. Das sei insbesondere für die Versorgung mit Wasser und Strom von Vorteil, erklärte Udo Schmäschke vom Amt Südtondern während der Sitzung des Umwelt- und Wirtschaftsausschusses. Bei der Vereinsgründung (wir berichteten) war die Verwaltung seinerzeit beauftragt worden, eine geeignete Fläche zu suchen, die Kosten für die Einzäunung und die Herrichtung zu ermitteln und Möglichkeiten eines Betriebes vorzustellen. „Der F-Plan muss geändert werden, da das Gebiet derzeit als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen ist“, so Schmäschke. Aus dem Gebiet mit einer Breite von 55 Metern wird dann eine Grünfläche mit Sondernutzung. „Das ist eine Formalie, aber kein Hinderungsgrund.“

Auf die Frage, wie die Hundehalter im Stadtgebiet verteilt sind, antwortete Udo Schmäschke: „Das spielt eine untergeordnete Rolle.“ Die etwa 450 gemeldeten Hundehalter seien in der ganzen Region verteilt, eine Konzentration nicht auszumachen und somit keine Entscheidungshilfe für die Wahl eines geeigneten Platzes.

Es folgte eine lebhafte Diskussion darüber, wie der Platz beschaffen und gepflegt werden sollte. Ausschussmitglied Jürgen Henningsen wollte wissen: „Könnte es sein, dass – mal als Beispiel zehn Jahre weitergedacht – der Hundefreilauf an der geplanten Stelle wieder weg sein wird? Die Stadt stößt da an Grenzen.“ Nach den jetzigen politischen Beschlüssen sei die Bebauung nach Westen abgeschlossen, hieß es dazu. Udo Schmäschke: „Die Stadt hat Entwicklungspotenzial genug. Dort ist keine Bebauung vorgesehen.“ Ralf Hoyer ergänzte dazu: „Eine Ewigkeitsklausel wird man nicht vereinbaren können, aber eine Ausstiegsklausel wäre sinnvoll.“

Bezüglich der Kosten sind derzeit 20 000 Euro (ursprünglich 40 000 Euro) veranschlagt. Das setze allerdings Einsparungen und viel Eigenleistung voraus. Ausschussmitglied Ralph Hoyer: „Ist es möglich, dass die Mitarbeiter des Bauhofes einmal im Sommer die Fläche mähen? Das würde die Anschaffung eines Rasenmähers für etwa 6500 Euro ersparen.“ Bauhofchef Jochen Johannsen dazu: „Das ist schwierig.“ Er verwies zum einen auf die zu erwartende starke Verunreinigung der Fläche durch Hundekot. Ein weiteres Problem sei der personelle Mehraufwand. Was die Anzahl der Bauhofmitarbeiter angehe, so sei man derzeit „am untersten Limit“. Der Bauhof sei stark ausgelastet, habe zur Pflege unlängst das gesamte TSV-Gelände neu hinzubekommen. Den Hundefreilauf mitpflegen? „Eher nein.“

Hendrik Schwind-Hansen bat darum, noch einmal über diese Entscheidung nachzudenken. Die Pflege durch den Bauhof sei fester Bestandteil der Planungen. Auch habe man aus Kostengründen auf ein Transponder-System verzichtet und sich stattdessen bei der Sicherung für das Schlüssel-/Schloss-Prinzip entschieden. Diskutiert wurde über die Art der Umzäunung, die Ausstattung des Platzes mit entsprechendem Equipment, ob es eine Light-Version mit einfachem Draht oder ein aufwendiges Zaunsystem sein muss. 34 000 Euro Hundesteuer fließen jährlich in die Töpfe der Stadt, machte Hendrik Schwind-Hansen deutlich. Und Christine Kernbichler ergänzte: „Was bekommen die Leute als Gegenleistung für ihr Geld? Nirgendwo können in Niebüll Hunde frei herumlaufen.“ Sie machte den Unterschied zum Gebrauchshundesportverein deutlich und sprach sich dafür aus, die Hundefreilauffläche vernünftig anzulegen und komplett auszustatten. Das sei ein großes Plus für die fast 500 heimischen Hundebesitzer und auch für Touristen, die ihre Vierbeiner mit nach Niebüll bringen würden. „Das ist ein einmaliger Betrag, der nicht jährlich anfällt.“

„Wir sind hier nicht bei ’Wünsch Dir was’“, erklärte Jürgen Henningsen und schlug vor, erst einmal die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Hundefreilaufverein abzuwarten. Bei acht oder zehn Mitgliedern lohne sich die hohe Investition nicht. „Wir müssen langsam anfangen und abwarten, was passiert.“ „Ich halte das Projekt für eine unterstützenswerte Sache“, erklärte Claudia Barkow. Sie plädierte dafür, Fläche und Zaun herzurichten. „Das sollte das erste Ziel sein.“ Mit Tonnen und Buddelbereichen könne man dann nachrüsten, wenn die Mitgliederzahlen stimmen.

Christine Kernbichler wollte den Einwänden nicht folgen: „Wenn wir einen Kinderspielplatz planen, legen wir ja auch nicht erst einmal die Grünfläche an und warten ab, ob sich Kinder einfinden.“ Ein attraktives Angebot sei entscheidend für eine Steigerung der Nutzerzahl. Eine eingezäunte Grünfläche sei nicht attraktiv genug, pflichtete ihr auch Hendrik Schwind-Hansen bei. „Eine halbe Sache funktioniert nicht“, kommentierte Lars Petersen.

„Wir sollten dem neuen Verein eine Chance geben“, schloss Ausschussvorsitzender Peter Schumann die Diskussion. Einstimmig votierten die Gremiumsmitglieder für den Beschlussvorschlag, 20 000 Euro plus die Planungskosten in den Haushalt einzustellen. „Voraussetzung ist allerdings eine positive F-Plan-Änderung.“

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