Leck : Mehr Ampeln für die Hauptstraße

Fußgängerüberwege und Ampeln im Bereich Kirchhofstraße und Bergstraße geplant - sie sollen für mehr Sicherheit und Verkehrsfluss sorgen.

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15. Februar 2013, 10:56 Uhr

Leck | Eine glatte Sechs: Durchgefallen - so bewertet die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen zurzeit die Verkehrslage im Osten von Lecks Zentrum. Genauer gesagt die Situation in der Hauptstraße rund um VR-Bank und Calli Schaschlik, wo Bergstraße, Markt und Kirchhofstraße auf die B199 treffen. In Stoßzeiten müssen die Autofahrer beim Einbiegen auf die Bundesstraße im Schnitt mehr als 45 Sekunden warten - und Fußgänger und Radfahrer haben keinen sicheren Übergang. Deshalb landete das Thema bereits mehrfach auf der Tagesordnung des Infrastruktur- und Umweltausschuss der Gemeinde. Doch der verantwortliche Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr hatte erst im vergangenen Jahr dringenden Handlungsbedarf festgestellt. In der jüngsten Sitzung stellte Planer Ronald Mehling nun ein Konzept für eine künftige Ampelanlage vor.
Basierend auf Verkehrszählungen und Beobachtung, die in 2010 und 2012 durchgeführt wurden, sollen mehrere neue Ampeln für einen guten Verkehrsfluss und mehr Sicherheit sorgen. So sind Anlagen sowohl an der Kreuzung Kirchhofstraße/Hauptstraße, als auch Bergstraße/Hauptstraße geplant. Dadurch entstehen drei neue Fußgängerüberwege. Die B199 kann dann beidseitig der Kirchhofstraße und südlich der Bergstraße gequert werden (siehe Grafik). Die Fußgängerampel vor dem Geschäft von Uwe Lorenzen soll in die Schaltung der neuen Anlagen integriert werden.
Von 6 bis 22 Uhr sorgen die Lichtsignale dann für eine optimale Lenkung des Verkehrs. Dabei kommt hochspezialisierte Computertechnik zum Einsatz. Induktionsschleifen im Boden vor den Ampeln erkennen wartende Fahrzeuge. Eine von Programmierern speziell für diesen Abschnitt geschriebene Steuerungslogik sorgt für die optimale Ampelschaltung. "So dass beispielsweise auf der B199 eine ,grüne Welle entsteht", erklärte Ronald Mehling. Autofahrer müssten also nicht befürchten, dass sie von Flensburg kommend vor der Bergstraße und der Kirchhofstraße gestoppt werden.
Letztere wird nach aktuellen Plänen auch eine bauliche Veränderung erfahren. Sie soll künftig wieder über zwei getrennte Abbiegespuren verfügen. Der Ausschuss wies die Planer darauf hin, dass dann jedoch die Linksabbieger-Spur kürzer sein müsse, damit Lastwagen von der B199 noch problemlos in die Straße einbiegen können.
Für die meisten Diskussionen sorgte jedoch die kleinste der betroffenen Straßen: Markt. Der Verkehr, der hier rein und raus will, sorgt für Probleme im neuen Konzept. Denn Autos die von der B199 links in den Markt einbiegen wollen, blockieren den Verkehr. Ebenso ungünstig: Autos die nach links den Markt verlassen wollen. Deswegen sieht das Konzept vor beide Möglichkeiten zu verbieten. Autofahrer könnten den Markt dann nur noch nach rechts Richtung Flensburg verlassen. Wer Richtung Niebüll weiter will, muss den Markt zurück fahren und über Süderstraße und Schafmarkt wieder auf die B 199. Von der Hauptstraße direkt in den Markt fahren, dürfen dann nur noch Rechtsabbieger aus Richtung Niebüll. Wer von Flensburg kommt, muss "hintenrum" über Schafmarkt und Süderstraße zu den Parkplätzen am Markt.
Ausschussmitglied Johannes Erichsen-Bey (CDU) äußerte Sorge: "Ich befürchte Proteste aus der Geschäftswelt." Denn für die Königlich privilegierte Apotheke und andere Geschäfte entlang der Hauptstraße sei die neue Verkehrsführung eine klare Verschlechterung für den Kundenverkehr. Auch Klaus Schmidt (UWL) sprach sich dafür aus, erst die Anlieger anzuhören bevor eine finale Entscheidung fällt. So beschloss der Ausschuss vor seiner nächsten Sitzung im März, die Betroffenen zu einer gesonderten Veranstaltung einzuladen. Erst anschließend wird die Gemeindevertretung über die finale Planung entscheiden.

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