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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 00:44 Uhr

„Mausi und Mopsi“ unter Verdacht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das neue Stück der Theatergruppe im Ortskulturring-Verbund war schon bei der Generalprobe ein Erfolg

von
erstellt am 26.Okt.2015 | 11:39 Uhr

Vor 23 Jahren wurde sie von Friedel Petersen gegründet und noch immer von ihr geleitet: die Theatergruppe des Ortskulturrings Ladelund-Bramstedtlund-Karlum-Westre. Das Ensemble hat im Spätsommer einmal mehr ein plattdeutsches Theaterstück eingeübt, um damit auf Wunsch bei Feiern von Vereinen und Verbänden in der hiesigen Region aufwarten zu können. Ausgewählt hat das Team, bestehend aus Nina Cordsen, Peter Petersen (Nordmark), Andrea und Christian Sommer sowie Juliane Tewes, ergänzt durch Friedel Petersen als Regisseurin, Souffleuse und „Mädchen für alles“, den Schwank „De grote Knall“ von Klaus Meinert.

Zur öffentlichen Generalprobe im Gasthof „Kirchspielkrug Ladelund“ hieß die Spielleiterin das Publikum mit launigen Worten willkommen, nachdem sie zuvor der Wirtin Sigrid Johannsen für gute Betreuung während der Probenzeit und für jederzeitige Bereitstellung der Bühne Dank gesagt hatte. Als der Vorhang sich geöffnet hatte, wurde für die Zuschauer der Blick auf eine gutbürgerliche, ländlich-schlicht eingerichtete Wohnstube aus der frühen Nachkriegszeit frei. Hier wohnen die noch jungen Eheleute Knut und Sabine Petersen (dargestellt von Peter Petersen und Juliane Tewes), die gerade dabei sind, ihre Wände mit farbigen Postern zu verzieren. Die warmen Farben der Bilder sollen der Kühle im Raum abhelfen. Knut stellt bedauernd fest, dass die für den Kohleofen bereitgelegten Briketts schon wieder nahezu verbraucht sind und fragt sich verwundert: „Hebbt wie villicht Miteeters?“ Seine Ehefrau beteuert, den Heizungsschuppen stets sorgfältig abzuschließen, und außer ihr den zwei Tanten Alma (Andrea Sommer) und Berta (Nina Cordsen) habe für diesen doch niemand einen Schlüssel.

Die beiden scherzhaft als „Mausi und Mopsi“ bezeichneten älteren Damen bewohnen die Dachwohnung des Hauses, das ihnen zu zwei Dritteln gehört und dies ihren jungen Mitbewohnern immer wieder deutlich zu verstehen geben. Diese müssen sich ständig allerhand bieten lassen und völlig nach ihrer Pfeife „tanzen“. Sollten es die Tanten vielleicht mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen?“, fragen sich Knut und Sabine, nachdem ihnen auffällt, dass auch ihr Vorrat an Portwein verblüffend schnell schrumpft und sich die Tanten ständig mit sehr teuren Halsketten schmücken. Die von Alma immer wieder voller Inbrunst gesungenen Lieder wie „Üb’ immer Treu und Redlichkeit“ und die mitgebrachten, gestickten frommen Sprüche wollen so gar nicht zu dem Verdacht passen, dass sich die Damen unredlich „bedienen“ könnten.

Nach einem intensiven Gespräch mit Arnold Schönboom (Christian Sommer), einem als Warenhausdetektiv tätigen Onkel des Knut, werden sich alle einig: „Mausi und Mopsi klaut as de Raven.“ Diese These wird verstärkt durch das auffällige Verhalten der Verdächtigten während ihrer feucht-fröhlichen Vorbereitung auf ein Faschingsfest. Den Bestohlenen ist klar, dass so viel Dreistigkeit der raffgierigen Damen einerseits bestraft werden muss, andererseits aber aus Gründen der Wahrung der Familienehre nicht öffentlich bekannt werden darf. Wie dieser knifflige Konflikt gelöst wird und am Ende der privaten Strafverfolgung noch ein Riesenvorteil für die jungen Eheleute herausspringt, soll an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Alle Akteure erwiesen sich als erstaunlich textsicher, so dass Friedel Petersen als „Toopuster“ nur selten gefordert war. Wenn sie dennoch mal tätig werden musste, geschah dies so unauffällig, dass es dem Publikum kaum aufgefallen sein dürfte. Dessen lebhafter und lange andauernder Schlussapplaus lässt vermuten, dass sich die Theatersaison 2015/16 der ambitionierten Laienspielgruppe Ladelund als großer Erfolg erweisen wird.



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