Projekt in Niebüll : Martin Lauenstein absolviert in Praktikum in Achtruper Gasthof

Hans Jörg Windheuser, Geschäftsführer und Inhaber des Landgasthof Achtruper Stuben, mit dem dänischen Praktikant Martin Lauenstein.
Hans Jörg Windheuser, Geschäftsführer und Inhaber des Landgasthof Achtruper Stuben, mit dem dänischen Praktikant Martin Lauenstein.

Der Däne nimmt an dem neuen Projekt Jump teil, das Jugendliche fördert.

shz.de von
30. September 2017, 16:43 Uhr

Niebüll | Jump hei ist ein deutsch-dänischer Projektverbund, an dem vier Bildungseinrichtungen und zwei Universitäten in Deutschland und Dänemark teilnehmen. „Jump strebt eine Verzahnung der Akteure des grenzüberschreitenden Ausbildungs- und Arbeitsmarktes der Programmregion mit zielgruppenspezifischen Qualifizierungsmaßnahmen sowie dem Wissenstransfer in die Zukunft an“, so Oliver Leibbrand, der die Aktion betreut. Im Rahmen des Netzwerkes planen die Akteure verschiedene grenzüberschreitende Aktivitäten, darunter die Entwicklung von beruflichen, interkulturellen und mobilitätsfördernden Qualifikationen sowie den Aufbau von Modellen, die die zielgruppengerechte Zusammenarbeit mit Unternehmen fördern sollen.

Im Sommer startete Jump and bike in Niebüll mit 58 Teilnehmern auf Rädern Richtung Bov in Dänemark. „Dabei machten die Teilnehmer Erfahrungen rund um den Fahrradtourismus, wurden auf den Stopps von ihren Mitschülern verpflegt und von einer mobilen Fahrradwerkstatt begleitet. Auch Betriebe wie die Achtruper Stuben waren unmittelbar eingebunden, sodass die Jugendlichen unterwegs Praktikumsplätze sowie realistische Arbeitsfelder in Dänemark und Deutschland kennenlernen“, berichtet Oliver Leibbrand. Als Projektpartner begleiteten die Tour auch Wissenschaftler und Studenten der Europa-Universität Flensburg, die ebenfalls in die Pedale traten.

Das hatte direkte Folgen: Denn Martin Lauenstein, ein dänischer Jugendlicher, fragte beim Halt der Radlertruppe in Achtrup den Pädagogen, ob er im diesem Restaurant ein Praktikum machen könnte. Der Inhaber Hans Jörg Windheuser sagte zu – und so ist der junge Däne mit dem deutschen Nachnamen jedes Tag im Landgasthof Achtruper Stuben am Herd. „Das macht Spaß“, sagt der freundliche Heranwachsende, der ein Jahr zur Berufsorientierung auf der Produkionsschule in Köge verbringt. „Die reale Arbeitssituation ist so gegeben“, betont Martin Leibbrand.

Der Praktikant aus dem Königreich kommt demnach „super klar“ – er lebt derzeit im Wohnheim der Bildungs- und Arbeitswerkstatt (BAW) Südtondern. Dort hat er Kontakt gefunden, mit anderen war er unter anderem zu Besuch in Flensburg. Sein Dienst beginnt erst am Nachmittag. „So hatte ich Zeit, Niebüll zu erkunden. Besonders gut gefiel mir die Stadtbücherei. Lustigerweise fand ich alles – nur das eine Buch nicht, das ich suchte.“ Der Mangel wurde inzwischen behoben. In der weiteren Freizeit läuft der Sportler gern längere Strecken oder macht ein sogenanntes Bodyworkout. „Ich finde Niebüll schön gemütlich“, sagt der Gast, für den es Anfang Oktober wieder zurück in die Heimat geht.

„Jump greift besonders in Bereichen, die gut qualifizierte Fachkräfte benötigen. Hier setzen die bestehenden Initiativen und Programme, zum Beispiel die Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein, an“, erklärt Oliver Leibbrand. Die dort initiierten Maßnahmen können den benachteiligten jungen Menschen demnach aber nur bedingt helfen. Denn sie brauchten mehr Zeit, um über praktische Erfahrungen und individuelle Unterstützung den Weg in die Ausbildung sowie Arbeit zu finden. Diese Lücke möchte das neue Projekt schließen.


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