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Weißer Ring Südtondern : „Man muss sich in Personen einfühlen können“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Susanne Borrett ist das neue Gesicht des Weißen Ringes Nordfriesland-Nord und freut sich auf die intensive Aufgabe in der Opferhilfe

Susanne Borrett trat in diesem Jahr beim Weißen Ring die Nachfolge von Rolf Johannsen an. Warum sich die 63-Jährige für ehrenamtliche Arbeit beim Weißen Ring entschieden hat, erzählt sie im Interview mit dem Nordfriesland Tageblatt.


Was hat Sie dazu bewegt, sich beim Weißen Ring ehrenamtlich zu engagieren?
Susanne Borrett: Mein Mann und ich sind 2008 von England nach Bordelum gezogen und ich bin etwa zu der Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen. Ich hatte bis dahin eine sehr reise- und arbeitsintensive Zeit und für mich stand fest, dass ich nicht von 180 auf null gehen kann. Nur Haus und Hund als Aufgabe zu haben und vielleicht noch Bücher zu lesen, war mir zu langweilig, deswegen stand für mich gleich fest, dass ich mich ehrenamtlich engagieren will. Ich habe mehrere Sachen ausprobiert, bis ich mit dem Weißen Ring eine Aufgabe gefunden habe, etwas zu machen, das mich erfüllt. Beim Ehrenamt ist es wie im Berufsleben: Man muss etwas finden, dass wirklich zu einem passt und hinter dem man voll stehen kann. Mir war wichtig, neben regelmäßigen Strukturen auch etwas zu haben, das den Kopf beschäftigt.

 

Was für Voraussetzungen sollte man für diese Arbeit mitbringen?
Ganz wichtig ist natürlich Empathie, man muss sich in die Personen, mit denen man zu tun hat, einfühlen können. Aber man darf die Schicksale auch nicht zu sehr an sich heran lassen. Ich muss sagen, dass ich ganz gut damit umgehen kann, ich werde nicht im Schlaf von den Dinge, die ich bei der Arbeit erfahre, verfolgt. Aber der Weiße Ring bereitet seine Mitarbeiter auch sehr gut auf diese Arbeit vor, ich habe ein Jahr intensivste Schulung bekommen und auch in diesem Jahr war ich bereits bei vielen Seminaren. Meine Aufgabe als Leiterin ist aber auch, zu sehen, dass es meinen Mitarbeitern nicht zu nahe geht und dass sie gut mit den Situationen umgehen können.


Konnten Sie in ihrer beruflichen Laufbahn bereits Erfahrungen in diesem Bereich sammeln, zum Beispiel wie ihr Vorgänger Rolf Johannsen, der bei Kripo war?
Nein, das nicht. Ich habe Lehramt studiert und war anschließend viele Jahre als Pharmareferentin im Außendienst tätig und als Leiterin der Kommunikationsabteilung einer pharmazeutischen Firma in London. Dadurch liegt mir das Organisatorische, das die Aufgabe ebenfalls mit sich bringt, sehr gut, ebenso wie der Umgang mit den unterschiedlichsten Menschen. Im Bereich der Opferarbeit habe ich viel von Rolf Johannsen gelernt und lerne ich auch noch viel von meiner Stellvertreterin, Christel Nowinski, die viele Jahre bei der Kripo in in Berlin war.


Was ist ihr Wunsch in Bezug auf Ihre Arbeit beim Weißen Ring?
Allen voran natürlich, dass die Opfer den Weg zu uns finden. Es ist immer besser, einmal zu viel bei uns anzurufen, als einmal zu wenig. Viele wissen gar nicht, was der Weiße Ring alles in Zusammenarbeit mit den anderen Fach-Instituionen macht. Man kann es am besten als eine Art Lotsen beschreiben, der die Betroffenen durch die schwierige Zeit begleitet und mit ihnen gemeinsam einen Weg erarbeitet, der sie irgendwann wieder da hin bringt, wo sie einmal waren. Intern wünsche ich mir noch, dass aus den vielen neuen Mitarbeitern, die wir in den letzten sechs Monaten dankbarer Weise gewinnen konnten, ein tolles Team wird. Aber da bin ich absolut zuversichtlich und habe ein sehr gutes Gefühl.




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