„Man darf sich ruhig in diesen Trubel stürzen“

Rund 120 Landfrauen waren der Einladung zur Adventsfeier in Leck gefolgt.
Rund 120 Landfrauen waren der Einladung zur Adventsfeier in Leck gefolgt.

Avatar_shz von
12. Dezember 2014, 10:51 Uhr

Kerzenschein und Tannengrün verbreiteten im Saal der Nordsee Akademie eine gemütliche Atmosphäre, versprachen besinnliche Stunden im Advent. Rund 120 Landfrauen genossen die Gemeinsamkeit, das Singen und die Unterhaltung.

„Was hat es mit Weihnachten auf sich?“ Das hinterfragte die Vorsitzende des Landfrauenvereins Leck, Telse Nommensen. Backen, werkeln, basteln, einkaufen, Weihnachtsmärkte besuchen, keinen vergessen bei den guten Wünschen, Kinder, die aufgeregt sind wie nie im Jahr. Diese Schlagworte zählte sie auf und überlegte: „Dabei sollen wir zur Ruhe kommen?“ Man müsse nicht besinnlich sein, man dürfe sich ruhig in diesen Trubel stürzen und diese Zeit mit all ihren Genüssen und Geselligkeiten, mit schönen Konzerten, Weihnachtsfeiern und Begegnungen genießen, sagte Telse Nommensen und: „Wichtig ist, dass wir uns unsere innere Ruhe und Zufriedenheit bewahren.“

In diese Stimmung versetzten allein die liebevoll gedeckten Tische und weihnachtlicher Schmuck an den Fenstern. Man kam ins Gespräch miteinander, die herzhafte Brokkoli-Torte schmeckte, und alle freuten sich auf den „Alleinunterhalter“ Klaus-Dieter Niedorff: „Ich bin Pastor i. R., das bedeutet Pastor in Reichweite.“ Der Gottesmann aus dem Herzogtum Lauenburg „saust durch die Gegend“, hält noch Gottesdienste und hat keine Langeweile, wie er betonte. Seine Gitarre hatte er mitgebracht und stimmte weihnachtliche Weisen an. Zwischendurch erzählte er von seiner zwölfjährigen Dienstzeit auf Hallig Hooge und gab hochdeutsche und plattdeutsche Geschichten zum Besten. Das gesprochene Wort amüsierte, andere Erzählungen regten zum Nachdenken an. „Das gemischte Jesuskind“ warb zum Beispiel für mehr Toleranz. Die Tränen in die Augen trieb dagegen die Beschreibung vom lamettageschmückten Weihnachtsbaum: ausgepresstes Sauerkraut, silbern angesprüht, machte sich gut als glitzernder Faden-Schmuck.

Die Landfrauen kamen auf ihre Kosten, ließen sich ihrerseits nicht lumpen und steckten so manche Münze in die herumgereichte Spardose, um dabei zu helfen, das Bewegungsbad im Klinikum Nordfriesland in Niebüll „auf Vordermann“ zu bringen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen