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Ausstellung in Niebüll : Malschule Seebüll ist erstmals zu Gast in der Stadtbücherei Niebüll

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Junge Kunst inspiriert von Nolde: Vernissage wird Sonnabend gefeiert.

Niebüll | Die Niebüller Stadtbücherei stellt zum ersten Mal Bilder aus der Malschule Seebüll aus. Die Werke von Kindern und Jugendlichen aus Schulen der Region sind dort vom 14. Oktober bis zum 11. November zu sehen. Die Initiative von Stadtbücherei-Leiter Ronald Steiner und der Kunsterzieherin Mechthild Gransow in Zusammenwirken mit Dr. Astrid Becker, stellvertretender Direktorin der Nolde-Stiftung, ergab eine überaus sehenswerte Schau mit mehr als 30 Bildern. Die Eröffnung findet am Sonnabend, 14. Oktober, ab 11.30 Uhr statt. Sprechen werden Amtsvorsteher Peter Ewaldsen und Dirk Ehlers vom Vorstand der Freunde der Nolde-Stiftung.

„Eine Auswahl von Arbeiten verschiedener Schulen und Altersstufen gibt Einblick in die Arbeit der Malschule“, sagt Mechthild Gransow. „Die Vielfalt in Noldes Werk ermöglicht unterschiedliche thematische Umsetzungen, so am Bild „Gesellschaft“ (1910/11), bei dem wir hundert Jahre zurückschauen.“ Die bildnerische Umsetzung erfolgte unter dem Titel „Feine Dame“ oder „Feiner Herr“ auf großformatigem Papier mit Temperafarben durch Kinder der vierten Klasse der Alwin-Lensch-Schule Niebüll. Es ist fast sensationell, was die Kleinen nach drei Stunden auf das Papier zaubern. Ausdrucksstark ist es, was Janne aus der Anregung macht. „Alles ist reine Fantasie“, erläutert Mechthild Gransow, „also keinesfalls eins zu eins abgemalt.“ Sogar die Lichtreflexe haben die kleinen Künstler mit eingearbeitet. „Kinder gucken eben richtig“, stellt die Pädagogin zufrieden fest.

Erstklässler der Stadumer Grundschule setzten dies Thema als Tuschpinselzeichnung mit Aquarellfarben auf Chinapapier um. Das Bild „Kerzentänzerinnen“ (1912) inspirierte Kinder der vierten Klasse aus der Grundschule Süderlügum für das Thema „Tanz“ in der Technik Tuschpinselzeichnung/Aquarell. Auch diese Arbeiten überzeugen auf Anhieb. Keinesfalls handelt es sich um amateurhaftes Gekrakel – die Kleinen haben unter der Anleitung der Kunsterzieherin schnell begriffen, worum es geht. Ebenso malten Süderlügumer Grundschüler der ersten und zweiten Klasse mit dicken Pinseln und Temperafarben auf großen Formaten. Dasselbe Thema bearbeiteten auch Schüler der achten Klasse der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll im druckgrafischen Verfahren der Monotypie, anschließend wurde das Bild mit Aquarellfarben koloriert. Blumenbilder schufen Schüler der achten Klasse aus der Friedrich-Paulsen-Schule Niebüll, der fünften Klasse der Emil-Nolde-Schule Neukirchen und der ersten und zweiten Klasse von der Grundschule Süderlügum. Noldes Blumenbilder und die eigene Anschauung in seinem Garten gingen der Vorzeichnung mit Skribtol voraus, die anschließend farbig angelegt wurde.

Das Bild „Stillleben (mit gestreifter Ziege)“ (1920) regte eine dritte Klasse der Süderlügumer Grundschule zur Umsetzung mit Ton an. „Ich bin begeistert“, betonte Ronald Steiner nach der ersten Sichtung. Ganz überzeugend formten Schüler der ersten und zweiten Klasse von der GS Süderlügum mit Kleisterpapier Tierreliefs, die anschließend mit Temperafarben akzentuiert wurden. In Anlehnung an die im Garten ausgestellten Plastiken Henry Moores formten Süderlügumer Kinder der vierten Klasse Figuren aus Gips. Die Süderlügumer sind besonders aktiv, im Laufe eines Schullebens kommen die Kinder acht Mal in die Malschule. „Sie lernen, Kunst zu verstehen“, so Mechthild Gransow.

Die Beispiele zeigen das besondere Angebot des Nolde Museums als außerschulischen Lernort. Die Malschule Seebüll besteht seit zehn Jahren; Mechthild Gransow hat sie damals mit aufgebaut. Sie wird zunehmend von Schulklassen besucht. Der Kontakt reicht vom Gymnasium in Cottbus oder Dresden bis nach Coburg in Süddeutschland. „Viele Klassen mieten sich vorübergehend in Jugendherbergen ein“, erklärt Mechthild Gransow. Ebenso gibt es grenzüberschreitende Interregio-Projekte mit dem Museum in Apenrade/Dänemark. Der einladende Raum der Malschule im ersten Stock des Eingangsgebäudes öffnet sich mit einer Glasfront in die Weite der grünen Marsch mit ihrem unendlichen Himmel – ein faszinierendes Bild. Ein Besuch der Ausstellung mit Erläuterungen und Gesprächen vor Noldes Bildern gibt Anregungen zur eigenen Gestaltung in der Malschule: Eigenes und Gesehenes verbinden sich.

Auch Noldes Garten mit den farbenprächtigen Blumen in ihren charakteristischen Formen regt zur eigenen Umsetzung an. Die Freude am Schaffen und die individuelle Kreativität stehen im Vordergrund.  


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