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Ausstellung in Niebüll : Malerin zeigt fabelhafte Fantasiewelten im Richard-Haizmann-Museum

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Kunstverein Niebüll hatte Andrea Damps nach Südtondern geholt. Surreale Arbeiten wecken Sehnsucht nach dem Glück.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 11:05 Uhr

Niebüll | Zu einer besonderen Vernissage lädt der Niebüller Kunstverein am Freitag, 3. November, um 20 Uhr, ins Richard-Haizmann-Museum ein. Die neue Ausstellung dort zeigt Arbeiten von Andrea Damp. Die 40-Jährige, die aus Rügen stammt, ist nach 2009 zum zweiten Mal präsent – und wird bei der Ausstellungseröffnung zugegen sein. „Wir sind von ihr überzeugt, wir sind fasziniert“, betont Erika Spaude, die Vorsitzende des Kunstvereins. „Wir verfolgen ihre Weiterentwicklung mit großer Neugier. Das ist auch der Grund, warum wir sie wieder nach Niebüll holen.“

Gestaltete die Künstlerin früher eher realistisch, so bewegt sie sich heute eher in Richtung Surrealismus. „Das Figürliche ist zurückgegangen“, befindet Gisela Rerup vom Vorstand des Kunstvereins. Von wässerig, fast aquarellig bis puderig fließen Acryl- oder Ölfarben ineinander und übereinander. Dabei ist nicht jeder Pinselstrich kalkuliert, so dass während des Gießens, Sprühens und Schüttens, der Zufall stets als wichtiges Kompositionsmittel dient.

Auf dieser Arbeitsbasis kreiert die Berliner Künstlerin eine neue Bildwelt, die manchmal geplant und dann wieder ausgesprochen zufällig wirkt. Als Inspirationsquelle dienen ihr dabei aktuelle Fotos aus Zeitungen, dem Internet oder aus der Ansammlung persönlicher Schnappschüsse. Andrea Damp hat nämlich Töchter: Die Hauptdarstellerinnen in ihren Bildern sind daher oft leichtfüßig springende, verträumte und spielende Mädchen, die scheinbar mit großer Begeisterung durch ein sommerliches Abenteuer tollen. Ist es aber tatsächlich so? Glaubt man Christina Wendenburg von der Lumas-Galerie, so sind sie fasziniert von ihrer manchmal tropisch anmutenden Umgebung, versuchen sie ganz besondere Pflanzen zu entdecken und sich mutig den Weg durch eine satte, faszinierende Vegetation zu bahnen. „Eine Traumwelt, verwunschen und geheimnisvoll“, sagt Gisela Rerup.

Andrea Damp ist Meisterschülerin von Hans-Jürgen Diehl, hat nach ihren zahlreichen Stipendien inzwischen internationale Galerien und verblüfft mit farbintensiver Malerei im kleinen wie im großen Format. Eines ihrer Werke befindet sich in der Sammlung von Sidney Picasso in Paris. Ihre Malerei – so Christina Wendenburg – besticht durch eine lichtdurchflutete Atmosphäre mit paradiesisch anmutenden Formen und Farben. So kann das Auge neugierig in das wunderbare Abenteuer Natur eintauchen. Dabei tropfen die Farben wie nach einem kurzen, erfrischenden Regenguss im wärmenden Sonnenlicht vom Malgrund ab. Es entstehen Situationen, die Träume wahr werden lassen. Mit dieser wunderbaren Leichtigkeit breite Andrea Damp immer wieder Bildräume aus, die an ideale kindliche Paradiese erinnern. „Natürlich weckt die Künstlerin damit beim Betrachter die Sehnsucht nach Glück, guter Laune und dem gewissen Überraschungsmoment“, sagt Christina Wendenburg.

„Die Künstlerin stammt aus Rügen, ihr Vater war Fischer“, erklärt Erika Spaude. „Ihre eigene Kindheit war unbeschwert und naturverbunden. Noch heute liebt sie die Natur, hat einen eigenen Garten und ist oft mit ihren Kindern auf der Heimatinsel.“ Wohl deshalb gelingt ihr die flirrende Atmosphäre wie ein Erinnerungsbild, das uns sofort verzaubert. „Sie ist ein besonderer Mensch, herzlich, bodenständig und sehr ordentlich – das Atelier ist aufgeräumt wie eine Praxis“, berichtet Spaude. „Ihre Kunst hingegen ist visionär, experimentell und von ungewohnter Farbgebung – ich freue mich riesig auf die Ausstellung.“ Zu sehen im Haizmann-Museum bis zum 3. Dezember, täglich außer montags, 15 bis 18 Uhr. 




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