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Nordfriesland Tageblatt

24. September 2017 | 05:16 Uhr

Nolde Stiftung : Malen mit den Farben Noldes

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Zum 150. Geburtstags des Künstlers ließ die Stiftung aus Rest-Tuben die Aquarelle rekonstruieren, mit denen der Expressionist arbeitete.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 06:00 Uhr

Viele Sonderausstellungen und Aktionen würdigen in diesem Jahr den 150. Geburtstag Emil Noldes. Der große Expressionist wird auch als Meister des Aquarells bezeichnet. Bis heute haben die Qualität, Tiefe, Intensität und Frische seiner Aquarellarbeiten nichts an ihrer faszinierenden Leuchtkraft verloren – ob es sich um Bilder aus seinem Garten, um Personen oder den Himmel, die Weite und die Küste Frieslands handelt. Nun ist es auf Initiative der Stiftung in Seebüll gelungen, einige der Farben, mit denen Emil Nolde seine international bekannten Aquarelle gemalt hat, original getreu zu rekonstruieren. „Im Besitz der Nolde Stiftung Seebüll finden sich noch die originalen Tuben und Näpfchen derb Firma Schmincke, die der Künstler zu Lebzeiten verwednet hat“, sagt Kuratorin Caroline Dieterich. Diese Reste dienten als Grundlage für die Entwicklung einen Aquarellkasten mit Original Nolde-Farben. Dieser ist erst seit kurzer Zeit in Seebüll zu bekommen, und findet bei Hobbymalern laut Caroline Dieterich „reißenden Absatz“, was die Kuratorin auch gut verstehen kann, denn: „Die Pigmente dieser Farben sind so stark, so überzeugend.“

Auch in den Kursen der Malschule werden die rekonstruierten Farben verwendet. „Die Teilnehmer sind begesiert und überrascht von ihren eigenen Ergebnissen“, sagt Caroline Dieterich, die die neuen Nolde-Farben auch schon persönlich ausprobiert hat, „um mitreden zu können“.

Die Genialität Emil Noldes, seine Fähigkeit, die Landschaft Nordfrieslands als Inspiration bis ins kleinste Detail in sich aufzusaugen, sein einzigartiges Gespür für Stimmungen, für die Dramatik des Augenblicks – all das können natürlich selbst die besten Farben allein nicht auf die Leinwand bringen. „Für die Nass in Nass-Technik seiner Aquarelle hat hat Emil Nolde den Zufall bewusst als Stilmittel seine Werke mitgestalten lassen“, sagt Caroline Dieterich. So manches mal wusste der Künstler, der seine Warft noch vor dem Bau seines Hauses und Ateliers den Namen Seebüll gab, also selbst nicht genau, welche Wirkung von den besonderen Farben im Endeffekt ausgeht. Doch die über Jahrzehnte ungetrübte Strahlkraft der Nolde-Farben dürfte alle, die sie benutzen ebenso begeistern wie den großen Maler selbst. „Auf diese hohe Qualität der Farb-Pigmente legte Emil Nolde größten Wert“, weiß Caroline Dieterich. Passend zur hohen Qualität der Farben wurde zum 150. Geburtstag auch ein hochwertiger Nolde-Pinsel mit Rotmarder-Haar der Firma DaVinci hergestellt. Denn Nolde bevorzugte selbst Pinsel aus Marderhaar. „Wir freuen uns sehr über diese Geburtstags-Produkte. Sie ermöglichen erstmals ein authentisches Farberlebnis und ein inspirierendes Eintauchen in die leuchtende Farbenwelt des großen Farbmagiers Emil Nolde“, sagt Caroline Dieterich.  

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