Mal harmonisch, mal fetzig

Sommerkonzert: Die „Gitarrenflitzer“ wurden durch eine Bassistin untertützt.
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Sommerkonzert: Die „Gitarrenflitzer“ wurden durch eine Bassistin untertützt.

Das Sommerkonzert in der St. Gallus-Kirche mit 30 jungen Musikern überzeugte das Publikum

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19. Juli 2015, 14:48 Uhr

„Saiten-Jogger und Flöten-Wirbel“, so lautete das Thema des Sommerkonzertes, mit dem das Blockflötenensemble Neugalmsbüll und ein Instrumentalkreis mit Gitarren und Querflöten in der St. Gallus-Kirche der Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll aufwarteten. Der Flötenchor wurde von Birgit Deussing dirigiert, die Gitarrengruppe von Christine Burkard geführt. Beide Leiterinnen spielten auf diversen Instrumenten auch selbst mit. Wann immer dies geschah, lenkten sie die Einsätze und Tempi durch gezielte Blicke.

Zunächst einmal aber hieß Roland Wiegand als Vorsitzender des örtlichen Kirchengemeinderates die erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörer willkommen und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich insgesamt 30 junge oder jung gebliebene Instrumentalisten im Gotteshaus eingefunden hatten, um ihr Publikum in verschiedenen Besetzungen musikalisch zu erfreuen.


Junge Musiker präsentierten alte Kompositionen


Die Moderation des in vier Blöcken vorgetragenen Programms erfolgte durch Mitglieder der Ensembles. Sie beschränkten sich nicht darauf, die Beiträge nur anzukündigen, sondern erläuterten diese auch ausführlich. Dadurch eröffneten sie dem Publikum interessante Hör-Perspektiven, die ihm das mitdenkende Zuhören erleichterten.

Eröffnet wurde die Programmfolge durch den sauber intonierenden Blockflötenchor, der mit vier Werken aus der Zeit der Renaissance aufwartete und dabei den Nachweis erbrachte, dass auch heutigen Musikfreunden die „alte Musik“ viel Freude bereiten kann. Bei den ersten beiden Kompositionen – „Verbum Domini“ von Adam Gumpelzhaimer und „Alta trinita beata“ von einem namentlich nicht bekannten italienischen Komponisten – verzichteten sie auf alle Flöten in hoher Lage, so dass die Tenor- und Bassblockflöten einen besonders warmen Klang erzeugten. Bei den nachfolgenden Kompositionen kamen auch Altflöten und je eine Sopran- und Sopraninoflöte zu Einsatz, was den Charakter einer „Galliarda“ von Melchior Franck und eines „Tourdion“ von Pierre Attaingnant stilgerecht aufhellte.

Im zweiten Block hatten von Christine Burkard auf der Gitarre begleitete Querflötistinnen mit barocker Musik ihren Auftritt. Maike Sonnenberg wartete gekonnt mit einem dem König Friedrich II zugeschriebenen „Allegro assai“ auf. Hanna Corves und Rona Freese spielten als hervorragend aufeinander eingespieltes Duo einen feierlichen Satz von G.F. Händel. Stilistisch aus dem Rahmen fielen Rona Freese und Christine Burkard mit rhythmisch und harmonisch komplizierten Klängen des Jazz, indem sie „Sharp Practise“ von Joachim Storl überzeugend fetzig interpretierten.

Mit der „Playford Suite“ von Eileen Silcocks und einer fantasievollen Programmmusik mit dem Titel „Auf einem persischen Markt“ setzte das Blockflötenensemble das Konzert fort. Ihm folgten die jungen „Gitarrenflitzer“, bei deren temperamentvollem Spiel Birgit Deussing mit einer Hand dirigierte, mit der anderen kraftvoll auf eine Djembe schlug und zugleich ein am rechten Fuß befestigtes Schellenband zum Klingen brachte. Die Gruppe trug die Poptitel „Summerfeeling“, „Rainy Day“ und eine afrikanische Rumba vor. Zum gemeinsamen Abschluss des Konzertes in der St. Gallus-Kirche versammelten sich alle 30 Instrumentalisten im Altarraum, wo sie sich – in drangvoller Enge – mit dem von Donald Randall arrangierten Beatles-Song „Yesterday“ verabschiedeten.

„Euer Konzert hat uns allen viel Freude bereitet“, lobte sie Roland Wiegand im Namen der Zuhörer, die sich mit anhaltendem Applaus für den erlebten Hörgenuss bedankten.

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