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Maik Wolf stellt in Niebüll aus : Magische Anziehungskraft surrealer Landschaften

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Kunstverein präsentiert Maik Wolf und seine Arbeiten im Richard-Haizmann-Museum

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 18:12 Uhr

Der Kunstverein Niebüll hat wieder einmal zum Frühjahrsereignis geladen: Die erste Ausstellungseröffnung im neuen Jahr ist am Freitag, 5. Februar, um 20 Uhr im Richard-Haizmann-Museum. Präsentiert wird unter dem Titel „Sivriada“ der renommierte Berliner Künstler Maik Wolf.

Entdeckt hat ihn Vereinsvorsitzende Erika Spaude, die über einen Berliner Kunstfreund einen Katalog des deutschen Vertreters der Biennale in Venedig 2011 in die Hände bekam. „Den muss ich haben“, sagte sich die engagierte Kunstfreundin. Sie rief den Künstler an, vereinbarte einen Termin und besuchte ihn gemeinsam mit Kerstin Knauer in seinem Prenzlberger Atelier.

„Zuerst bekam ich einen Schrecken“, so Erika Spaude, „denn das Atelier war leer.“ Doch im Fundus des freundlich-zurückhaltenden Mannes fanden sich genügend hochspannende Arbeiten. Die beiden Niebüllerinnen hatten den Museumsplan dabei. „So konnten wir gemeinsam die Auswahl der Bilder exakt vorplanen, die entsprechenden Werke heraussuchen“, freute sich Erika Spaude. Die Chemie zwischen den Nibüllerinnen und dem Berliner stimmte auf Anhieb. Bald war die Ausstellung konzipiert, zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Der Künstler kommt nun sogar erstmals in den hohen Norden, um bei der Vernissage dabei zu sein.

Maik Wolfs großformatige Tafelgemälde zeigen geheimnisvolle, verlassene Landschaften, architektonische Ensemble. Inmitten von verlassenen Schauplätzen tauchen einzelne Buchstaben, Zahlen, Formen, Symbole auf – nicht fremd im Einzelnen, aber in der Kombination den Betrachter auffordernd, die Rätselhaftigkeit der unwirklichen Stille zu erschließen. Es ist wie das Versteckspielen mit Informationen, eine Art Mystifizierung von Déjàvus. Scheinbar bekannte Orte werden zu surrealen Arrangements, die den Betrachter magisch anziehen.

„Wolf stößt an, die gewohnten Empfindungen zu hinterfragen, in der Schnelllebigkeit unserer Zeit Leere zu fühlen, Stille zu ertragen. Die aufgebauten und konzeptionell durchdrungenen Szenerien des Künstlers verführen das Publikum, Malerei als subtile Bildwissenschaft zu betrachten“, stellte Kerstin Knauer fest.

Ein erstes Rätsel liefert der Titel der Niebüller Ausstellung: „Sivriada“ ist ein verlassener Schauplatz – ein Eiland bei Istanbul. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden auf die Insel alle streunenden Hunde Istanbuls verbannt. Ihnen gelang jedoch die Flucht und Rückkehr in die Stadt. „Bei der Betrachtung werden Erinnerungen an Böcklins Toteninsel, an die Malerei Radziwills, Dix, Dürers und Cranachs wach“, so Kerstin Knauer. Die Flucht in eine alternative, selbstgeschaffene Wirklichkeit ist der Urgrund des formal kunstschaffenden, subjektiven Künstlers. Doch in der Atmosphäre des Geheimnisvollen findet man eine vertraute Ästhetik.

„Irgendwo ist ein gutes Kunstwerk eine Art Patchwork aus einer Menge von Einflüssen. Je mehr, desto besser, denn Kunst funktioniert nur über den Anspruch an Komplexität“, lautet Wolfs Credo. Die Arbeiten werden für Diskussionsstoff sorgen.

Die Ausstellung ist übrigens bis zum 6. März im Richard-Haizmann-Museum zu sehen.

 

Der Künstler Maik Wolf

Der 1964 in Pirna geborenen Maik Wolf studierte Kunst in Halle sowie Paris und erhielt zahlreiche Stipendien, Preise und Auslandsaufenthalte. Mit seinem Schaffen wird Wolf längst zu den wegweisenden Künstlern der Moderne gezählt. Nach eigener Aussage schöpft er bewusst aus dem popkulturellen Fundus. Seinen streng komponierten Bildideen liegen digital erstellte Entwürfe aus eigenen Fotografien sowie dem fotografischen Material der Massenmedien zu Grunde.

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