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Treckerringstechen Braderup : Lokalmatadore messen sich mit Lanzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Regionaler Trendsport: Das Treckerringstechen lockt zahlreiche Teilnehmer und Besucher in den Ort.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 11:46 Uhr

Das vom Ringreiterverein Braderup veranstaltete Treckerringstechen hat sich inzwischen fest im Dorfleben etabliert. Anders als beim traditionellen Ringreiten hoch zu Ross, bei dem die Teilnehmerzahlen eher rückläufig sind, waren dieses Mal wiederum 41 Dieselrösser am Start, vorwiegend Oldtimer. Gut, dass die Gemeinde inzwischen eine größere Fenne erworben hat, da der bisherige Dorfplatz, der nun bebaut wird, für diese Veranstaltungen an seine Kapazitätsgrenzen stieß. Zahlreiche Zuschauer hatten sich auf dem neuen Festplatz eingefunden, um die oftmals fein herausgeputzten historischen Gefährte aller möglichen Marken und Modelle zu bestaunen, zu fachsimpeln oder die kulinarischen Angebote zu probieren. Unter dem Kommando von Reitchef Horst Petersen, mit der Startnummer eins, der wieder seinen Fendt-Trecker „gesattelt“ hatte, wurde das Teilnehmerfeld in zwei Gruppen mit jeweils zwei Galgen aufgeteilt. Die Motorhauben waren bei einigen besonders liebevoll gepflegten Treckern mit Decken überzogen, um bei einem abgefallenen Ring den Lack nicht zu beschädigen.

Auch im hohen Alter von 82 Jahren hat der frühere Ringreiter Hans-Werner Anthonisen aus dem benachbarten Uphusum auf seinem 32 PS starken Fendt Farmer 2, Baujahr 1964, immer noch Spaß am Ringstechen. „Der ist vor zwei Wochen 65 Jahre alt geworden“, scherzte Dirk Block aus Süderlügum über seinen 18 PS starken O & K. Die weiteren Diesel-Rösser trugen so bekannte und historische Namen wie Deutz-luftgekühlt, Massey-Ferguson, IHC-International, Fendt, MAN, Fordson oder Lanz-Bulldog mit seinem typischen klopfenden Sound.

Mit seinem 62 Jahre alten, 16 PS starken Bulldog war auch Braderups Bürgermeister Holger Lassen (Foto unten) am Start. Wie immer fehlten die weiteren Lokalmatadoren nicht, darunter Karl-Christian Knutzen, dieses Mal mit einem Deutz, Christian Holt auf seinem 48 PS starken Fendt Farmer 4S, Baujahr 1969, sowie Marc Ziriakus auf einem 50 Jahre alten Massey-Ferguson mit 35 PS. Die meisten PS mit 54 auf dem Platz hatte wohl der Fordson Super Mayor, Baujahr 1963, von Ernst Christiansen aus Humptrup unter der Haube. Er hatte sich sein Gefährt erst vor zehn Monaten zugelegt. Gerhard Thiesen aus Süderlügum hat als Kennzeichen auch die Typ-Nummer seines 53 Jahre alten Deutz D, nämlich 5505.

Dass diese regionale Trendsportart nicht nur eine reine Männerdomäne ist, bewiesen mehrere startende Amazonen, wie Heike Albertsen auf einem 63 Jahre alten Fahr D130H mit immerhin 24 PS. Trotz des starken Windes boten alle Akteure recht ansprechende Leistungen. Es ging spannend zu, da die Führung ständig wechselte und am Ende siegte Kai Jacobsen knapp vor Karl Bade, beide aus Braderup sowie Heiner Ketelsen, Weesby, Gerhard Thiesen und Niels Holger Kruse, Braderup. Diese fünf erhielten Preise und die drei Erstplatzierten dazu noch jeweils Pokale. Mit einer Oldtimer-Party, die bis tief in die Nacht ging, schlossen Teilnehmer und Zuschauer den Event ab.


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