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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:24 Uhr

Bosbüll : Lösung für Hundeschule in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mona Paulsen hat ein Ausweichgrundstück gefunden. Nachbarn wehren sich gegen Vorwurf, „Spießer“ zu sein.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2016 | 13:40 Uhr

Für Mona Paulsens Hundeschule in der Hauptstraße in Bosbüll zeichnet sich eine Lösung ab. Das bestätigte Bürgermeister Ingo Böhm auf Nachfrage. Der neue Standort liege rund 500 Meter entfernt vom derzeitigen. Paulsen wolle das Land einem Bauern abkaufen. Damit könnte ein Konflikt beigelegt werden, der viele Bosbüller seit Wochen beschäftigt.

Mona Paulsen betreibt ihre Hundeschule seit 2013 – mit zunehmendem Erfolg. Peter Lorenzen, Anwohner im Mühlwang, schilderte seine Sicht folgendermaßen: „Es liefen immer mehr Hunde rum, es wurde gebellt, und Leute haben Kommandos gerufen. Manchmal haben auch die Kinder der Hundebesitzer im Garten gespielt. Dann wollte Mona Paulsen auch noch eine Badestelle für Hunde direkt an unserem Grundstück bauen. Das war der Stein des Anstoßes.“

Lorenzen sagte, er habe den Eindruck, der Bürgermeister habe Bedenken und Beschwerden von Anwohnern nicht ernst genommen. „Deswegen haben wir schließlich beim Kreis angefragt, ob wir die Badestelle dulden müssen. Dabei kam heraus, dass es für die Hundeschule überhaupt keine baurechtliche Genehmigung gab.“ Auch ein Lärmschutz-Gutachter habe abgewunken: Ein „störendes Gewerbe“ wie die Hundeschule sei in einem Wohngebiet nicht zulässig. Schließlich war klar: Mona Paulsens Hundeschule muss umziehen.

„Plötzlich sind wir die Bösen “, sagte Lorenzen. „Beim Einkaufen fragen uns Leute, was wir gegen Mona und ihre Hundeschule haben und werfen uns vor, Spießer und Hundehasser zu sein. Ständig müssen wir uns rechtfertigen.“ In einem Brief an die Zeitung, der von vier weiteren Anwohnern unterzeichnet wurde, schrieb Lorenzen: „Der Umzug der Hundeschule ist nicht dem Umstand geschuldet, dass vereinzelte Anwohner sich belästigt fühlen. Es handelt sich hierbei um die Durchsetzung geltenden Rechts.“ Im Gespräch führte er weiter aus: „Bellende Hunde, ein krähender Hahn oder ein laufender Rasenmäher gehören zum Dorf dazu. Aber es gibt Grenzen. Wenn jemand hinter Ihrem Haus einen Flugplatz bauen würde, wären Sie auch nicht begeistert und würden zumindest mal nachfragen, ob Sie das hinnehmen müssen. Wir wollen einfach unsere Ruhe haben.“

Ihre Hundeschule darf Mona Paulsen trotz fehlender Genehmigung bis zum Umzug weiter am alten Standort betreiben. „Es gibt einen guten Rückhalt aus der Gemeinde“, sagte Paulsen. Dass ihr eine Genehmigung fehlt, sei ihr stets bewusst gewesen. „Als ich damals beim Amt war und meinen Gewerbeschein bekommen habe, wurde mir gesagt, solange sich niemand beklagt, könne ich trotzdem erst mal machen. Ich war von Anfang an nur geduldet.“

Bürgermeister Böhm sagte, die fehlende Genehmigung sei ihm ebenfalls bekannt gewesen. „Aber das war Sache des Kreises. Und wir wollten als Gemeinde Mona nicht aus rein formalen Gründen einen Stein in den Weg legen. Sie hat sich eine Existenz aufgebaut und war wahrscheinlich selbst etwas überrascht von ihrem Erfolg.“ Das Paulsen ihre Hundeschule bis zum Umzug auch ohne Genehmigung geöffnet lassen dürfe, sei kulant. „Ich habe das nach Abstimmung mit den Gemeindevertretern so entschieden“, erklärte Böhm. „Wir wollten Mona nicht ihre Existenzgrundlage entziehen.“ Auflagen gebe es aber für die Betreiberin der Hundeschule: Paulsen dürfe derzeit nur von Montag bis Freitag und nur bis 20 Uhr arbeiten. „Nachbarn haben mir gesagt, sie können gut damit leben. Es geht darum, eine einigermaßen verträgliche Lösung für alle Anwohner zu finden.“

Zu einer langfristigen Lösung gehört der neue Ort für die Hundeschule. Dienstagabend wurde in Bosbüll über eine Änderung des Flächennutzungsplans gesprochen. „Voraussichtlich wird die landwirtschaftliche Fläche umgewidmet“, sagte Böhm im Vorfeld. Auch der Kreis habe schon seine Zustimmung signalisiert. Noch zwei bis drei Monate werde es wohl dauern, bis das Verfahren endgültig abgeschlossen sei. Dann könne Paulsen umziehen.

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