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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 00:06 Uhr

Lindholms Hilfe kommt in Indien an

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der ehemalige Pastor Hans-Peter Spießwinkel reiste mit einer Besuchergruppe aus Risum-Lindholm in den indischen Bundesstaat Andra Pradesh

Die seit 1999 bestehenden Kontakte zwischen der Kirchengemeinde Lindholm (jetzt Risum-Lindholm) und der indischen Diözese der Nethanja-Kirche nahe der 2,5-Millionen-Einwohner-Stadt Visakhapatnam (Bundesstaat Andra Pradesh) tragen Früchte. Davon konnte sich eine Besuchergruppe unter Führung von Pastor i.R. Hans-Peter Spießwinkel bei einem dreiwöchigen Besuch in Indien erneut überzeugen.

Die Kontakte der Nordfriesen mit ihren indischen Freunden gehen weit über die Pflege von Partner- und Freundschaften hinaus. Bei ihren wechselseitigen Besuchen haben die Lindholmer stets Spenden und – weitaus besser noch – hilfreiches Know How mit im Reisegepäck. Letzteres hat einiges bewirkt und die kargen Lebensbedingungen der Freunde deutlich und in vielfältiger Weise verbessert.

Regelmäßig findet ein Besucheraustausch statt – der eine drüben, der nächste hüben. Offiziell „firmiert“ der Kontakt als Partnerschaft der Lindholmer Kirche mit der United Christian Interrior Ministry. Das ist der soziale Part der evangelischen Nethanja-Kirche. Nach dem Engagement in der Konde-Diözese in Tansania, ging der Lindholmer Pastor auf Partnersuche und wurde in Indien fündig.

Dabei fielen den Lindholmern sogleich die Kinder auf, die unter Mangelerscheinungen leiden. Erstes größeres Projekt wurde daher der Aufbau einer Farm mit dem Ziel der Milcherzeugung, für die nach kleinen Anfängen mittlerweile 16 Wasserbüffel sorgen – Muttertiere, die jährlich kalben und 190 Kinder mit Milch versorgen, darunter 30 Kinder aus dem Aids-Waisen-Heim. Ein weiteres Projekt ist eine von drei Familien betriebene Hähnchenfarm, in der sich jährlich 6000 Küken aus der Schale picken. Die Hähnchenmast sorgt teils für Fleisch, teils durch den Verkauf für ein Einkommen. Mit Lindholmer Hilfe wurde ein Witwenheim in ein Mädchenheim in Boyapalem integriert. Das alte Witwenheim wird zurzeit zu einer Schule umgebaut, in der Kinder vom ersten bis zehnten Schuljahr unterrichtet werden.
Eines der neueren Projekte ist die Nutzung der Solarenergie. Auf dem Schulgebäude wurden Solarthermie-Anlagen installiert, die heißes Wasser für das Mädchen- und Witwenheim liefern – und neuerdings auch Strom, der vom staatlichen Stromversorger abgenommen wird.

Die Nordfriesen halfen ihren indischen Freunden nicht nur mit Spenden, sondern öffneten ihnen auch die Augen für Dinge, die bei uns selbstverständlich sind, drüben aber bisher unbekannt waren. Einher damit ging auch das Bestreben, den Menschen das Gefühl von mehr Eigenverantwortung für sich selbst zu vermitteln – und/oder den einen oder anderen Irrglauben aufzubrechen. Wie etwa den, dass Behinderte mit ihrem Leiden von Gott bestraft würden. Ziel sei somit auch, behinderte Menschen in die Gemeinschaft zu integrieren.

Hans-Peter Spießwinkel nimmt das langjährige Engagement zum Anlass, allen Spendern aus seinem nordfriesischen Umfeld zu danken. „Mit ihrer Hilfe sei eine Menge möglich geworden“, sagt der Südtonderaner Pastor und verbindet damit Hoffnung, dass er seinem indischen Freund Bischof Dr. Komanpalli Singh und dessen Schützlingen auch weiterhin helfen kann.

 


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