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Garding in Nordfriesland : Liedermacher Knut Kiesewetter ist tot

vom

Kiesewetter starb am Mittwoch völlig unerwartet. Er wurde 75 Jahre alt.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 20:42 Uhr

Garding | Der Schriftsteller und Liedermacher Knut Kiesewetter ist tot. Er starb Mittwochnachmittag im Alter von 75 Jahren völlig unerwartet in seinem Wohnhaus in der Gardinger Innenstadt (Kreis Nordfriesland). 

Noch vor Weihnachten hatte Kiesewetter an einer Adventsveranstaltung in seiner Heimatgemeinde teilgenommen. Pastor Ralf-Thomas Knippenberg bestätigte den Tod Kiesewetters gegenüber dem sh:z und zeigte sich betroffen: „Knut Kiesewetter gehörte zum Stadtbild dazu. Man sah ihn immer wieder singend in der Feldmark.“

Seine Karriere startete Kiesewetter schon als Schüler: So stand er mit 15 Jahren erstmals als Musiker auf einer Bühne, und trat mit 18 im Hamburger „Indra“ gemeinsam mit den damals noch weithin unbekannten Beatles auf. Nachdem er sich das Komponieren und Texten selbst beigebracht hatte, veröffentlichte er mit 19 seine erste Single. Später schrieb er Lieder auch für andere Künstler wie die dänische Schlagersängerin Gitte Haenning oder die Soul- und Jazzsängerin Eartha Kitt.

Als Produzent arbeitete er mit Hannes Wader, Volker Lechtenbrink und Fiede Kay zusammen. Beim öffentlich rechtlichen Fernsehen moderierte er eine eigene Serie, verdiente sein Geld mit Ostfriesenwitzen und wurde als Professor an die Hamburger Musikhochschule berufen. Mit plattdeutschen Liedern wurde Kiesewetter in den 70er-Jahren „Platten-Millionär“. Damals kombinierte er aktuelle Themen mit niederdeutscher Sprache.

Auch politisch engagierte sich Kiesewetter damals: 1976 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der „Grünen Liste Nordfrieslands“. Doch sein Ausflug in die Politik endete schnell: „Ich war enttäuscht, denn viele waren nur Wichtigtuer. Denen ging es nicht um die Sache, sondern um ihr persönliches Prestige und ihre Karriere“, sagt er an seinem 70. Geburtstag.

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