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Nordfriesland Tageblatt

24. September 2017 | 08:43 Uhr

Lieber Hostessen als Polizisten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ortsbeirat setzt auf Servicemitarbeiter statt auf strenge Kontrollen

von
erstellt am 24.Apr.2014 | 17:38 Uhr

Auf Service statt auf Kontrolle will der Westerländer Ortsbeirat in der Westerländer Innenstadt setzen. Im vergangenen Herbst hatte die CDU -Fraktion darauf hingewiesen, dass in der Fußgängerzone die Verordnungen häufig nicht eingehalten werden würden – hervorgehoben wurde besonders das Fahrradfahrverbot in der Einkaufsstraße. Um diesem Problem zu begegnen, setzten sich die Gemeindevertreter im kommunal-präventiven Gesprächskreis mit Mitarbeitern von Polizei, Kulturverwaltung und Ordnungsamt zusammen. Das Ergebnis: Servicemitarbeiter, die freundlich auf Sylter und Gäste zugehen seien wünschenswerter als der erhobene Zeigefinger eines Uniformierten. Auch im Ortsbeirat war man sich jetzt einig, dass es zu den Aufgaben der Servicemitarbeiter nicht nur gehören soll, dafür zu sorgen, dass die Ladezeiten eingehalten werden und Radfahrer in der Fußgängerzone absteigen, sondern auch Fragen der Gäste beantwortet werden sollen. „Da geht es dann beispielsweise darum, wann der nächste Autozug fährt oder wie lange die Apotheke geöffnet hat“, erklärt Ortsbeiratsmitglied Andreas Voss, wie er sich das Konzept vorstellen könnte. Statt anzumahnen, sollte ein solcher Servicemitarbeiter freundlich informieren.

Nicht nur über die Funktion der neuen Servicemitarbeiter, sondern auch über ihr Aussehen machten sich die Ortsbeiratsmitglieder Gedanken. Eingesetzt werden sollen erst einmal Mitarbeiter des Ordnungsamtes – allerdings nicht in der üblichen Uniform. „Schon in der Kleidung sollte der Servicecharakter zum Ausdruck kommen“, erklärte Ursula Lunk-Lorek (SWG). Sie könnte sich schicke Kostüme in hellen, freundlichen Farben vorstellen, also eine Kleidung, die eher an Hostessen als an Polizisten erinnert. „Das kommt auch bei Messen gut an und die Leute reagieren nicht so aggressiv.“ Es gehe weniger um den erhobenen Zeigefinger als vielmehr darum, Verständnis zu wecken. Das käme letztlich allen zu Gute. Hilfreich, so betonten andere Mitglieder des Ortsbeirats, wäre eine Schulung in Kommunikation für die Servicemitarbeiter. „Denn es kommt eher darauf an, wie man jemanden anspricht als ob man einen imponierenden Körperbau vorweisen kann.“

Ein Vorschlag allerdings lässt sich nicht umsetzen: Ursula Lunk-Lorek regte eine Zusatzausbildung für die Servicemitarbeiter an, die ihnen ermöglichen soll, nach dem Personalausweis zu fragen „ohne jedes Mal die Polizei rufen zu müssen“. Das ist laut dem Ausschuss-Vorsitzenden Kay Abeling aber nicht möglich. Er plädierte ohnehin dafür, erst einmal klein anzufangen. Wünschenswert sei es, zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes als Servicemitarbeiter anzulernen und nach einiger Zeit ein Fazit zu ziehen, was gut und was verbesserungswürdig ist. Diesen Vorschlag will der Ortsbeirat jetzt in die Gemeindevertretersitzung weiterreichen.

Wann die ersten Servicemitarbeiter über die Friedrichstraße laufen, ist noch offen. Abeling: „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn das noch in diesem Jahr klappen würde. Aber da noch alles beschlossen und die Mitarbeiter ausgebildet und eingekleidet werden müssen, wird es wahrscheinlich nichts vor dem nächsten Frühsommer.

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