Leck-Huus : Liebe, Sehnsucht und Beziehungsstress

Die Flensburger Band „Mofisch“ gab im Leck-Huus ihr Debüt – und traf meistens den Geschmack der Zuhörer

shz.de von
25. Januar 2015, 13:51 Uhr

„Wir freuen uns, hier zu spielen. Es ist bezaubernd um und im Haus“, meinte Frontfrau Tina Hacker mit ihren vier Mannen. Die Band „Mofisch“ gab ihr Debüt im Leck-Huus, flog durch Raum und Zeit und streifte viele Musikstile. Die Musiker schwebten und trieben auf ihrer Musikwelle und zogen die knapp 100 Zuhörer mit.

Die Flensburger Musikgruppe „Mofisch“ existiert seit 2007 und ist in der Fördestadt gestrandet. Gleich für ihren ersten Song „Gold“ wurde sie für den Deutschen Rock & Pop-Preis nominiert. „Das war wie ein Ritterschlag“, erinnerte sich Keyboarder Uli Cleres. Seither bestritt die Band zahlreiche kleine und große Festivals und Clubkonzerte. Nun glänzten die fünf Musiker auf der Bühne im alten Geesthardenhof mit ausnahmslos deutschsprachigen Songs. Es handelte sich durch die Bank weg um Liebeslieder, die manchmal auch sarkastisch und ironisch daherkamen. Gutes Zuhören war gefragt bei den etwas anspruchsvolleren Texten. Die Botschaften waren nicht selten in Metaphern gekleidet, bezogen Strand, Meer, norddeutsche Brise, Sonne und Mond mit ein als perfekten lokalen Bezug. Es ging um Sehnsucht, Leidenschaft und Hoffnung, um Beziehungsstress und Stalking.

Der Mann an den Tasten, Uli Cleres aus Stadum, hat die Texte geschrieben und die Musik komponiert: lupenreinen Deutschpop, Soul, Rock oder Funk daruntergemischt. Lateinamerikanische Rhythmen wie Bossa Nova und Raggae, Ska- und Wave-Stücke (die 70-er Jahre lassen grüßen) demonstrierten die Bandbreite von „Mofisch“. „Gut gemacht, sehr geordnet, sehr aufgeräumt“, lobte eine Kennerin aus der Musikszene.

Die Bandmitglieder zeigten sich spiel- und experimentierfreudig: Ulf Engels am Bass, Gitarrist Ingo Obermöller, Tim Gildenast an den Drums und nicht zuletzt Tina Hacker mit ihrer charismatischen Stimme. „Und jetzt wird mitgesungen. Ich erwarte ein kräftiges Echo“, forderte sie bei einem Lied im ersten Part vom Publikum. Das „spielte“ zunächst recht zaghaft mit, ließ sich aber mehr und mehr motivieren. Nach dem etwas lockereren zweiten Part baten die Zuhörer schließlich um Zugaben und erhielten sie auch. Das kleine, feine Konzert mit „Mofisch“ fand seine Fans. Doch – und das soll nicht unter den Tisch gekehrt werden – es spaltete die Zuhörergemeinde in zwei Lager, weil bei einigen die Erwartungen „total daneben lagen“. „Das ist nicht meine Musik“, bilanzierten sie, würdigten aber die guten Leistungen der Musiker.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen