Liebe im Kriegsgebiet

 Nachgefragt: Karin Mayer-Eppelsheimer (l.)  von Attac spricht mit Regisseurin Helga Reidemeister. Foto: hjm
Nachgefragt: Karin Mayer-Eppelsheimer (l.) von Attac spricht mit Regisseurin Helga Reidemeister. Foto: hjm

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22. März 2011, 08:29 Uhr

Husum | Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte in einem Land, das von Krieg, Terror und Stammesrivalitäten sowie verkrusteten Traditionen geprägt ist, bekamen die Besucher im Husumer Speicher zu sehen. Der Verein "Attac Nordfriesland" präsentierte den preisgekrönten Film "Mein Herz sieht die Welt schwarz - eine Liebe in Kabul" in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Regie in dem 2009 gedrehten, deutschen Streifen führte Helga Reidemeister. Sie gehörte zu den über 130 Besuchern, wie auch die zahlreichen Gäste aus Afghanistan.

Helga Reidemeister berichtete über die schwierigen Dreharbeiten. Westlich geprägte Fragen werden zum Teil völlig verschleierten Gesprächspartnerinnen gestellt. Ihre Antworten sind als deutsche Übersetzung im Untertitel zu lesen. Im Film arbeitet die Regisseurin klar heraus, wie afghanisches Kultur- und Traditionsdenken sowie die demokratischen Einflüsse im Land in unversöhnlicher Härte aufeinander prallen.

"In dem Film wird dem Prinzip Hoffnung ein Gesicht gegeben", stellte Simon Carstens aus Friedrichstadt fest. Und Claudia Hinrichs aus Husum sagte voller Anerkennung: "Es ist für mich bewundernswert, wie Menschen in einem zerschundenen und zerrissenen Land es dennoch wagen, mit aufrechtem Gang ihren Weg zu gehen."

"Mit der Filmvorführung ist eine Reihe von Veranstaltungen durch Attac Nordfriesland fortgesetzt worden", erläuterte Hans-Joachim Flicek von der Organisation. Die erste fand vor geraumer Zeit im Rathaus mit Dr. Peter Strutynski statt, Sprecher der sogenannten Achse des Friedens, einem Zusammenschluss von verschiedenen Friedensorganisationen und Sprecher des Bundesausschusses des Friedensrates. Ein anderes Mal kam eine afghanisch-stämmige Rechtsanwältin, Frauenrechtlerin und Mitglied des Kundus-Untersuchungsausschusses zu Wort.

"Schwerpunkt dieser Reihe ist die Hinterfragung dieses nach unserer Ansicht völlig unnötigen Krieges", sagte Hans-Joachim Ficek. Für Mai sei bereits die nächste Veranstaltung geplant. Dann wird die Rolle der Bundeswehr in diesem Krieg beleuchtet.

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