Liberaler Stammtisch zum Thema Landwirtschaft

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15. März 2016, 12:55 Uhr

Der Liberale Stammtisch mit dem neuen FDP-Kreisvorsitzenden Berthold Brodersen hatte zum Gesprächsabend zur „Aktuelle Lage der Landwirtschaft” eingeladen. Zu Beginn der gut besuchten Veranstaltung im Friesenhof listete Wolfgang Stapelfeldt vom Kreisbauernverband das Sterben der Höfe und die Verkleinerung der Nutzflächen akribisch auf.

Der Wertschöpfungsverlust der deutschen Landwirtschaft sei enorm. „Manche Familien wissen nicht, wie sie ihre Kredite zurückzahlen können.“ Die Gründe sind vielfältig. Stapelfeldt wies zunächst auf globale Ursachen hin: Verfall der Erdölpreise, die Rezession in China und das Russland-Embargo. „Wir fordern daher eine Zurücknahme des Embargos, denn die Bauern verdienen hierzulande jeden vierten Euro durch Export.“ Es gibt aber auch hausgemachte Probleme. „Landwirtschaftsminister Robert Habeck liefert ständig neue Verordnungen und Gesetze.“ Stapelfeldt prangerte zudem die Stimmungsmache gegen die Bauern an. „Wir gelten als Umweltsünder, als Feinde der Natur.“ Dabei hätten sich die Methoden beim Düngen und beim Pflanzenschutz längst gewandelt. Er gab zu: „Wir haben ein Imageproblem in der Landwirtschaft.“

In der Diskussion wurden kritische Fragen nach Gülle, Glyphosat und Nitrat gestellt. Stapelfeldt wies darauf hin, dass die Belastungen zurückgegangen seien. „Wir nutzen zum Teil die neue Technik, die Gülle mit Schläuche aufzutragen.“ Pflanzenschutzmittel würden acht Jahre lang getestet, ehe sie eingesetzt werden dürften. Glyphosat führe zu keinen Schäden. Das Pestizid sei längst in die Nahrungskette eingedrungen. Spuren finden sich zum Beispiel in Brot, Haferflocken, Erbsen und sogar in Muttermilch.

Die Gäste hörten mit Staunen, dass die Landwirtschaft auch ohne Subventionen auskommen könne. „Doch dann muss das weltweit geschehen, alles würde sich neu ordnen.“ Eine Perspektive, die wohl niemals realisiert wird.



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