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Liberaler Stammtisch in Niebüll: „Flüchtlings-Industrie“ als Zukunftsprojekt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 19.Dez.2015 | 00:34 Uhr

Der Liberale Stammtisch mit dem Bezirksvorsitzenden Berthold Brodersen hatte zum Thema Flüchtlinge und Flugplatz Leck eingeladen. Zu diesem Thema konnte der Bürgermeister Werner Schweizer aus Klixbüll als Referent gewonnen werden.

Er stellte in den Raum, dass man sich im Norden, dem es sichtlich an Wirtschaftskraft fehle, der „Flüchtlings-Industrie“ widmen könne. Dabei setzte er das Wort Industrie für beharrliche, nachhaltige Tätigkeit, Betriebsamkeit, Fleiß ein. Den vielen interessierten Bürgern stellte er zunächst das Konversionsprojekt Flugplatz Leck vor, bevor er auf die neue Situation mit der Erstaufnahme-Einrichtung für Asylbewerber (EAE) einging. Für die Erstaufnahme-Einrichtung werden 900 Wohncontainer für mehr als 2000 Flüchtlingen aufgestellt. Diese Container befinden sich im Besitz des Landes Schleswig-Holstein. Werner Schweizer wurde darauf angesprochen, dass es in allen Erstaufnahme-Einrichtungen in Schleswig-Holstein zu einer mehrfachen Überbelegung gekommen ist, es also auch 10  000 Flüchtlinge werden könnten. Dieser Befürchtung entgegnete er, dass die Landesregierung erkannt habe, dass es bei mehr als 2000 Flüchtlingen zu erheblichen Problemen kommen werde, die dann nicht mehr zu bewältigen wären. „Ich gehe davon aus, dass maximal eine Belegung mit 2000 Flüchtlingen erfolgt“, so der Klixbüller Bürgermeister. Auch für den Abflug der Betroffenen könne gesorgt werden: In einer Erstaufnahme-Einrichtung wird nämlich auch darüber entschieden, ob ein Asylbewerber abgelehnt wird. In diesem Fall bestehe die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme der Landebahn von einem Tag auf den anderen, um diese Menschen auszufliegen, bevor sie sonst „verloren gehen könnten“.

Die vom Fraktionsvorsitzenden der FDP im Kreistag Nordfriesland, Jörg Tessin, angesprochenen Probleme bei der Infrastruktur und Integration bezeichnete Werner Schweizer als Chance für die Region. Das Konversionsprojekt könne vom Ausbau der Infrastruktur profitieren, da das durch das Land finanziert wird und nach dem Ende der Erstaufnahme-Einrichtung weiter genutzt werden kann. „Bei der Integration in den Arbeitsmarkt kann insbesondere das Handwerk mit einem hohen Bedarf an Arbeitskräften profitieren“, versicherte Klixbülls Bürgermeister.

Trotz seiner positiven Aussichten blieb bei den Bürgen noch eine gewisse Skepsis, ob sich nicht doch noch weitere Probleme im Umgang mit den anderen Kulturen der Flüchtlinge ergeben könnten. Bertold Brodersen bedankte sich im Namen aller Anwesenden für Schweizers offene und positive Worte. Der Bezirksvorsitzende lud alle Zuhörer ein, zum nächsten liberalen Stammtisch am Montag, 1. Januar, um 19.30 Uhr in den Friesenhof in Niebüll zu kommen. Als Hauptthema steht dann das Klinikum Nordfriesland im Fokus. 





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