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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 10:35 Uhr

Partei : Liberale wollen zurück ins Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Freie Demokratische Partei (FDP) setzt in Südtondern auf einen Neustart / Partei will mit politischem Stammtisch um Unterstützer werben

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Die FDP möchte in Südtondern wieder mitreden. Mit neuem Vorsitzenden und dem festen Willen, den Austausch mit den Bürgern wieder anzukurbeln, soll eine Wiederbelebung der Freien Demokratischen Partei im Amt gelingen.

Hält man derzeit die Lupe über die politische Landkarte Südtonderns, sind die Liberalen nur im Husumer Kreistag sichtbar: 2539 Stimmen bei der Kommunalwahl 2013 bedeuteten für die FDP unterm Strich zwei Sitze. In den Gemeindevertretungen des Amtes sucht man liberale Mandate dagegen vergebens. Genau hier will Berthold Brodersen, seit Ende Juni neuer FDP-Vorsitzender des Bezirks Südtondern, ansetzen: „Unser Ziel muss es ganz klar sein, dass die FDP den Wiedereinzug in die Gemeindevertretungen schafft.“ Auch mit Blick auf die Niebüller Stadtvertretung, die 2018 neu gewählt wird, ist das Zeitfenster für die „Wiederbelebung“ klar umrissen. Brodersen, der bis 2013 Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft war, ist der Nachfolger von Hermann Schaefer, der dem FDP-Bezirksverband seit 1995 vorstand. „Nach vielen Jahren habe ich mich jetzt dazu entschieden, den Einsatz etwas zu reduzieren“, erklärt Schaefer, der seit 38 Jahren FDP-Mitglied ist, seinen Rückzug in die zweite Reihe. Weitere Mitglieder des neuen Vorstandes sind die beiden Stellvertreter Christoph Osterkorn, Axel Schauder und Schatzmeister Karl-Udo Rühl.

Die Liberalen sind im politischen Spektrum, dass heißt im Verhältnis zu den großen Volksparteien, schon immer ein kleinerer aber auch immer selbstbewusster politischer Spieler gewesen. Auch für die Freiheitlichen Demokraten auf dem nordfriesischen Festland hat das eine gewisse Tradition: Während die FDP im gesamten Bundesgebiet rund 55  000 Mitglieder zählt, ist der Kreis der mitstreitenden Parteimitglieder in Südtondern eher überschaubar: Wegen der fehlenden Mitglieder gibt es hier bisher kaum Ortsverbände. „In der Fläche gab es immer vereinzelt treue Parteifreunde aber keine Ortsvereine. Daher hat der Bezirksverband das Dach gebildet“, sagt Hermann Schaefer.

Unter dem Motto „für Denkfabrikantinnen und Iddeenschmiede“ wollen die Liberalen jetzt einen politischen Stammtisch ins Leben rufen. Ihr Ziel: „Mit den Bürgern in Kontakt kommen, sich kennenlernen, uns über Probleme informieren und austauschen“, beschreibt Berthold Brodersen den offenen Abend, der für Montag, 7. September, um 19.30 Uhr im Friesenhof Niebüll angesetzt ist.

Um sich politisch einzubringen und Menschen zu Wählern zu machen, braucht es Inhalte. Die FDP-Südtondern führt dazu mehrere Standpunkte ins Feld: „Wir fordern den zügigen Ausbau der B5“, sagt Schaefer. Trotz der hohen Steuereinnahmen in Schleswig-Holstein fließe zu wenig in die Infrastruktur. Auch in Südtondern sei das ein ernstes Problem. „Auch wenden wir uns gegen Stellenabbau bei der Polizei – wir stehen auf der Seite der Beamten“, so Berthold Brodersen. Ein weiteres Thema, auf das die Liberalen setzen, ist die Bildungspolitik. Hier verweisen Brodersen und Schaefer auf eine Schieflage, die das ganze Land erfasst habe. „Die Abschlüsse werden aufgeweicht“, so Schaefer. „Wenn bei 20 Prozent der schleswig-holsteinischen Abiturienten in diesem Jahr eine Eins vor dem Komma steht, dann täuscht das auch über mangelnde Kenntnisse in Mathematik hinweg.“ Besonders hier müsse ein Wandel angestoßen werden, fordert auch Brodersen. „Für viele anspruchsvolle Ausbildungsberufe ist dieses naturwissenschaftliche Wissen aber unumgänglich. Wir wollen als FDP also ebenso dafür werben, dass sich Schulbildung auch an den echten Anforderungen der Wirtschaft orientiert.“ Eine Karriere im Handwerk sei auch heute noch erstrebenswert – „da gibt es sehr viel zu tun.“

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