Aus der Gemeindeversammlung : Lexgaard hat jetzt eine Bürgermeisterin

Blickt ihrer neuen Aufgabe als Bürgermeisterin von Lexgaard gespannt entgegen: Sandra Lorenzen.
Blickt ihrer neuen Aufgabe als Bürgermeisterin von Lexgaard gespannt entgegen: Sandra Lorenzen.

Die 32-jährige Sandra Lorenzen ist neues Oberhaupt der kleinsten Gemeinde im Amt

shz.de von
16. Juni 2018, 07:11 Uhr

Lexgaard | In der Gemeinde Lexgaard nimmt zukünftig eine Frau die kommunalpolitischen Geschicke in die Hand: Sandra Lorenzen wurde von der Gemeindeversammlung zur neuen Bürgermeisterin gewählt und hat den bisherigen Bürgermeister Gerhard Hoffmann abgelöst. Mit gut 50 Einwohnern ist Lexgaard bekanntlich die kleinste Gemeinde im Amt Südtondern. Aufgrund der geringen Einwohnerzahl gibt es keine eigene Gemeindevertretung. Stattdessen tagt die Gemeindeversammlung, der alle Einwohner angehören, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Und diese Gemeindeversammlung hat in dieser Woche auch ihre neue Gemeindechefin gewählt.

26 von insgesamt 44 Wahlberechtigten gaben ihre Stimmen ab; 16 votierten für die 32-jährige Sandra Lorenzen, 10 stimmten für den bisherigen Amtsinhaber Gerhard Hoffmann, der seit 2010 Bürgermeister war. „Eine Runde hätte ich gerne noch gemacht. Aber das sollte wohl nicht sein“, sagte Hoffmann gestern auf Nachfrage.

„Ich möchte mich bei meinem Vorgänger Gerhard Hoffmann für seine Arbeit und seinen Einsatz als Bürgermeister herzlich bedanken, auch bei seiner Frau Ulla für die gute Bewirtung“, sagt Sandra Lorenzen. Künftig wird ihr eigenes Heim im Remper Weg Ort politischer Beschlüsse sein – traditionell finden Treffen der Gemeindeversammlung und Wahlen in der guten Stube des amtierenden Lexgaarder Gemeindeoberhauptes statt.

Die Entscheidung, als Bürgermeisterin zu kandidieren, war kein spontaner Entschluss. „Ich habe mich seit ein paar Jahren als Mitglied im Finanzausschuss engagiert und war auch schon Wahlhelferin. Im November, Dezember letzten Jahres wurde ich von Einwohnern der Gemeinde angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, Bürgermeisterin zu sein“, berichtet Sandra Lorenzen. „Wenn ich vorgeschlagen und gewählt werde, dann mache ich es auch“, war ihre Antwort – und genau das ist jetzt eingetreten.

Ursprünglich kommt die 32-Jährige aus Wipperfürth in Nordrhein-Westfalen, nach Lexgaard zog sie der Liebe wegen. Mit ihrem Mann Björn ist sie seit 2014 verheiratet, 2016 wurde Sohn Emil geboren, im März 2018 kam Hannes zur Welt. Auf die Frage, ob sie nicht schon genug zu tun habe, antwortet die Bürokauffrau in Elternzeit und Neu-Bürgermeisterin: „Das kriegen wir schon hin.“

Was schätzt sie an Lexgaard? „Wir wohnen sehr ländlich, aber sehr nah an allen Einkaufsmöglichkeiten. Und: Wenn mal irgendwas ist, man Nöte oder Sorgen hat, ist jemand da, der hilft, auch wenn die Häuser in der Gemeinde eher verstreut liegen. Wir haben einen guten Zusammenhalt hier im Ort.“

Ihrer neuen Aufgabe als Bürgermeisterin blickt Sandra Lorenzen gespannt entgegen: „Ich freue mich und lasse das einfach mal alles auf mich zukommen.“



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen