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Nordfriesland Tageblatt

17. Dezember 2017 | 02:08 Uhr

Rummel : Letzter Tag für einen Bummel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Trotz Lücken hat der Jahrmarkt noch einiges zu bieten. Kosten und weite Wege schrecken einige Schausteller ab.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Einen Bummel über den Rummel können alle diejenigen nachholen, die es bisher versäumt haben: Heute ist der letzte von vier tollen Tagen auf der Festwiese vor dem Rathaus. Der Herbstmarkt lockt mit zum Teil ermäßigten Preisen und geht heute Abend mit einem Brillant-Feuerwerk zu Ende.

Es ist nicht zu übersehen, dass der traditionelle Jahrmarkt in Leck schrumpft. Schon im Frühjahr wies er einige Lücken auf, jetzt füllen etliche Lkw der Schausteller freie Plätze entlang der breiten Gassen. „Die Schausteller wollen nicht so weit fahren wegen der hohen Kraftstoffpreise“, führte Marktmeister Andreas Sibbersen vom Amt Südtondern als Begründung an. Ähnlich formulierte es auch Lars Clausen vom Westküstenverband der Schausteller. „Früher machten hier viele Beschicker Station, bevor sie in Wyk auf Föhr ihre Geschäfte aufbauten. Doch da sind inzwischen viele Fremde mit ihren Buden und Fahrgeschäften vertreten.“ Deutlich macht er er die Kostenfrage am Beispiel des Auto-Scooters, der wie die Zuckerwatte zum Lecker Markt gehört, aber dieses Mal fehlt: „Er ist in diesem Herbst nicht auf Föhr, erst im Frühjahr wieder – und dann macht er natürlich Station in Leck.“ Es rechne sich einfach nicht, nur für einen Markt in den hohen Norden zu fahren. „Die Kosten sind einfach zu hoch“, listete er die Standgeldgebühren für die Gemeinde, Geld für Werbung, Personal- und Stromkosten auf. Allein das Höhenfeuerwerk, das heute bei Anbruch der Dunkelheit den Schlussakkord setzt, kostet die Marktbeschicker 1300 Euro. Also fahren die Schausteller lieber zu anderen, zeitgleichen Märkten – und vermeiden hohe Kraftstoffkosten.

Negativ sieht Lars Clausen das Angebot auf diesem Herbstmarkt jedoch nicht: „Den „Breakdancer“ haben wir mindesten zehn Jahre nicht mehr hier gehabt. Mit ihm gibt es immerhin drei Fahrgeschäfte für die großen Leute.“ Allerdings können sich die Kleinsten nur in zwei Karussells vergnügen: In der „Kinder-Rennbahn“ und im „Flying Star“. Ansonsten ist aus jedem Bereich etwas vertreten, wenn auch nicht zwei- oder dreimal wie früher gewohnt.

Die Jahrmarktsbesucher scheinen ein wenig verwöhnt zu sein. Heiko Hansen aus Westre beispielsweise drehte mit seiner Familie die Runde: „Das ist nichts Dolles und enttäuschend.“ Thore (12) und Karo (13) hoffen, Freunde auf dem Markt zu treffen, der ansonsten eher langweilig auf sie wirkt.

Die Beschicker zeigten sich dagegen einigermaßen zufrieden mit dem Besuch bei typisch herbstlichem Wetter am Freitag und Sonnabend. Gestern füllte sich die Festwiese insbesondere am Nachmittag, und gern angenommen wurde das Angebot der Geschäftsleute in der Hauptstraße: Sie hatten ihre Türen weit geöffnet.

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