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Ungenutzte Gartenparzelle : Lerngarten-Projekt benötigt Förderer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Stadt Niebüll überlegt, eine nicht mehr genutzte Parzelle auf dem Gelände des Kleingartenvereins in eine Art Schulgarten umzuwandeln. Jetzt werden die Ausschussmitglieder vom Verein „Go!müse“ unterstützt.

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erstellt am 01.Dez.2015 | 18:06 Uhr

Nein, die meisten Schüler wissen, dass Kühe nicht lila sind und Rotkohl nicht auf Bäumen wächst. Aber vielen fehlt schlichtweg die Möglichkeit zu erfahren, wie man Obst und Gemüse anpflanzt, wo es wächst und wie man es pflegt. Das soll sich ändern. Erst vor kurzem hatte sich der Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales der Idee gewidmet, eine nicht mehr genutzte Parzelle auf dem Gelände des Kleingartenvereins zu pachten und sie in eine Art Schulgarten umzuwandeln, der auch vom Haus der Jugend und den Kitas genutzt werden könnte. Das Problem in dem Gedankenspiel waren allerdings die sechswöchigen Sommerferien. „Wenn am Ende 90 Prozent der Arbeit vom Bauhof erledigt werden muss, ist die Idee hinfällig“, hatte Ausschussvorsitzender Bernd Neumann (CDU) erklärt.

Inzwischen ist man einen Schritt weiter. Der Verein „Go!müse“, eine Gruppe von etwas 15 Menschen, die sich seit einem Jahr der gemeinschaftlichen Gartenarbeit verschrieben haben, hat sich bereit erklärt, die Pläne zu unterstützen. Im Moment betreibt der Verein zwei Testgärten, je einen in Niebüll und einen in Leck. „Wir haben zum einen das Ziel, uns selber zu versorgen“, berichtet die Vorsitzende Melina Burmeister. Zweites Ziel sei es, viele Projekte zu unternehmen und Kindern, Jugendlichen sowie Gruppen etwas beizubringen. So käme das Projekt Kleingartenparzelle gelegen. „Es ist eine sehr schöne, positive Idee.“

Bis es losgehen kann, müssen allerdings noch einige Einzelheiten geklärt werden. So muss der Verein „Go!müse“ seine Zeit einteilen. Die Mitglieder werden ab dem kommenden Jahr in Risum-Lindholm erstmals gemeinsam eine 1000 Quadratmeter große Fläche beackern. „Unser Ziel ist es, irgendwann einmal solidarische Landwirtschaft zu betreiben.“ Dazwischen wäre Zeit für das Kleingarten-Projekt. „Aber wie soll es aussehen?“, wollte Melina Burmeister wissen. Geht es um einen Lern- und Lehrgarten? Einen Erlebnisgarten? Wer macht alles mit? Wer finanziert ihn? Gelten die Vorgaben des Kleingartenvereins auch für diese Parzelle, oder könne man sie herauslösen?

Fragen wie diese, ebenso wie die nach einem versicherungstechnischen Träger, seien noch zu klären, räumte Bernd Neumann ein. Wichtig ist ihm, dass Schüler und Schulleiter bei dieser Idee mitziehen. „Garten ist Saisonarbeit“, gab Melina Burmeister zu bedenken. Und die falle hauptsächlich im Sommer an. Stephan Randt (CDU) erinnerte daran, dass Kitas nur drei Wochen Sommerferien hätten. Neumann dazu: „Ein Kindergarten hat bereits Interesse geäußert. Vielleicht haben auch Ehrenamtliche des Kleingartenvereins Lust, uns zu helfen.“ Ein weiterer Vorschlag: Flüchtlinge und ihr Wissen in die Arbeit mit einzubeziehen. Hendrik Schwind-Hansen (SPD) regte an, die Offene Ganztagsschule zu gewinnen. Christine Kernbichler (SSW) lobte das Projekt als pädagogisch wertvoll. Und an den Verein gerichtet: „Ihr seid mit dem Thema unter jungen Leuten voll im Trend.“

Auch, wenn das Areal mit den Kleingärten faktisch der Stadt gehört: „Der Kleingartenverein muss in jedem Fall zustimmen, auch, wenn er ,nur‘ der Pächter ist“, erinnerte Manfred Steffens, Niebülls Beauftragter für Menschen mit Behinderungen. Die Kleingartenparzelle müsse zunächst entwidmet werden. „Das Gesetz ist sehr alt, steif und schwer. Aber vom Ansatz her finde ich die Idee in Ordnung.“

Wichtig sei es, alle Beteiligten und Interessierten an einen Tisch zu holen, das Projekt öffentlich zu machen, so Bernd Neumann. „Wir müssen uns das Ganze peu à peu erarbeiten.“

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