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Flügelschlagen in der Stadthalle : Leistungsschau der Geflügelzüchter

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am Wochenende zeigte der Rassegeflügelzuchtverein und Umgebung e.V. von 1902 seine diesjährige Geflügelausstellung

Wer am Wochenende Kurs auf die Stadthalle nahm, hörte schon an der Tür beim Peersweg fröhliches Gurren, Gackern und Quaken, übertönt vom vorlauten Schrei der Hähne. Im Herzen des Schulzentrums bat der „Rassegeflügelzuchtverein und Umgebung von 1902“ zu seiner diesjährigen Geflügelausstellung. Und es war wieder eine tolle Schau vom gefiederten Völkchen aus der Stadt und ihren Nachbardörfern.

Mit den Niebüller Geflügelzüchtern verbinden sich viele Erinnerungen. Denn bunt wie das liebevoll gehegte und gepflegte Federvieh war auch die Geschichte des Vereins, der sich alljährlich stolz der Öffentlichkeit präsentierte und mit den Jahren, um sich den Leuten auch zeigen zu können, eine wahre Kneipentour absolvieren musste – in die Braune Burg, Langes Hotel, das Friesische und das Landschaftliche Haus und ab 1948 auch mal in die Reit- und in die Turnhalle der FPS, bis die Stadthalle ab 1977 die Erlösung von allen Platznöten brachte.

Wie immer zum Start der Geflügelschau gab es die üblichen Honneurs. Volker Hansen, Vorsitzender des örtlichen Rassegeflügelzuchtverein hieß Kollegen aus der Nachbarschaft und vom Kreisverband willkommen und dankte Bürgermeister Wilfried Bockholt für die erneute Bereitstellung der Stadthalle. Mehr als nur ein artiges Lob äußerte Kreisvorsitzender Heinz Schmieta (Husum). „Ick wünsch‘ jem veele Besööker“, hieß es aus der befreundeten Nachbarschaft. Und Bockholt zum Veranstaltungsort: „Vor einer Woche eine Ballnacht – und jetzt das hier. Ich bin begeistert.“

Viel Beifall gab es für Züchter-Senior Ammon Momme (86). Er zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Züchtern in der Bundesrepublik. Momme, der vor 26 Jahren mit der Langschan-Zucht begann und heute auch den Modernen Englischen Zwergkämpfer züchtet, ist mehrfacher Europa-, Deutscher, Landes- und x-facher Vereinsmeister. Darüber hinaus holte er mit seinen gefiederten Lieblingen eine Fülle von Preisen – vom Blauen Band von Hannover bis zum Siegerband des Bundes. Der Rassegeflügelzuchtverein Niebüll ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied.

Ammon Momme verdankt die Liebe zur Geflügelzucht seinem Vater, der ihn früh in die Geheimnisse der Zucht einweihte. Seinen ersten Preis gewann er als Siebenjähriger 1935 in Flensburg am Holm mit seinen Zwerg-Brahmas. Der Preis war eine Butterdose. Ammon Momme zur Ehrung: „Man wird alt. Das ist auch in Ordnung. Das Hobby Zucht macht Spaß. Und ich finde es toll, dass so eine Ausstellung immer wieder auf die Beine kommt.“

Nach dem Krieg war es seit 1948 die 67. Ausstellung, für Volker Hansen die 27., die er mit seiner Frau Helga leitet. Über die Zeit davor liegen keine Aufzeichnungen vor. Während der Kriegs- und Nachkriegszeit trug die Geflügelzucht und Geflügelhaltung in wesentlichem Maße zur Ernährung bei, bis sie in den reinen züchterischen Zweck zurückkehrte und von heute 34 Züchtern, darunter fünf Jugendlichen, betrieben wird.

 

 

 

 




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