Plötzlich Denkmal : Lecks „Perle der Nachkriegsmoderne“

Auch Husum hat in der Süderstraße eine „Perle der Nachkriegsmoderne“.
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Auch Husum hat in der Süderstraße eine „Perle der Nachkriegsmoderne“.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat den Pavillon in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen. die Entscheidung führt zu Verzögerungen.

shz.de von
29. August 2015, 08:00 Uhr

So hatten sich das Lecks Gemeindevertreter sicherlich nicht vorgestellt. Kaum schien Bewegung in das Vorhaben „Pavillon“ in der Hauptstraße zu kommen, kündigt sich nun bereits die nächste Verzögerung an. Dabei wurde gerade erst bekanntgeben, dass in dem Gebäude (im Ort schon als „Mahnmal der Entschleunigung“ bezeichnet) ein Café entstehen und Ende des Jahres öffnen soll.

Jüngst aber durchkreuzt das Landesamt für Denkmalpflege die Zeitpläne. Denn der ungewöhnliche Ziegelbau mit Walmdach und ausgestellter Fensterfront ist vor wenigen Tagen in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen worden. Schützenswert sei er durch die „Formen der Nachkriegsmoderne der 60er Jahre“. In Nordfriesland gibt es nur ein weiteres Gebäude, das in dieselbe Kategorie fällt. „Die Entscheidung kam für uns völlig überraschend“, kommentiert Lecks stellvertretender Bürgermeister Ingo Scholz die Maßnahme und prognostiziert bereits, dass „dies zu Verzögerungen von einigen Monaten führen wird.“

Denn sämtliche bisherigen Anträge und Entwürfe des Bauvorhabens sind damit hinfällig, da für geschützte Kulturdenkmäler besondere Auflagen gelten. So wurde der laufende Bauantrag bereits zurückgezogen, und der beauftragte Architekt wird mit dem Landesamt prüfen müssen, in welchem Umfang eventuelle Änderungen am Entwurf vorzunehmen sind. Auch ob Zusatzkosten auf die Gemeinde zukommen, muss ebenfalls erst eruiert werden.

„Einen guten Aspekt hat das Ganze aber“, erklärt Scholz. „Für die Sanierung des Pavillons könnten vom Land nun Fördermöglichkeiten bereitstehen.“ Doch auch diesbezüglich beginne jetzt erst die Recherche. „Generell steht es uns nicht an, Kritik an der Entscheidung des Amts für Denkmalpflege zu äußern. Das ist das Resultat aus einem normalen Verfahren, was immer läuft. Punkt“, betont der stellvertretende Bürgermeister. „Es war einfach niemandem bewusst, dass unser Pavillon eine besondere Perle der Nachkriegsmoderne darstellt.“

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