zur Navigation springen

Ortsentwicklung : Leck will Hotel-Investoren locken

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es herrscht Einigkeit: Der Ort braucht ein Hotel mit Saalbetrieb. Eine Machbarkeitsstudie soll im besten Fall das Potenzial der Gemeinde hervorheben.

shz.de von
erstellt am 01.Jul.2017 | 12:11 Uhr

Ist es sinnvoll für Investoren, ein Hotel in Leck zu bauen? Auf diese Frage soll eine Machbarkeitsstudie eine Antwort liefern. „Und im besten Fall heißt die Antwort natürlich ja“, sagte Ingo Scholz, der den CDU-Antrag für die Potenzialanalyse in der Sitzung der Gemeindevertretung vortrug. „Wir sind uns alle einig, dass Leck ein Hotel braucht“, sagte Scholz und nahm Bezug auf das Ortsentwicklungskonzept der Gemeinde, dessen erklärtes Ziel unter anderem ist, Lebensqualität und Tourismus in der 8000-Einwohner-Gemeinde voranzubringen. Dem Ort fehle ein Hotel mit gutbürgerlicher Küche und Saalbetrieb für rund 250 Personen.

Laut Scholz ist der Antrag das Ergebnis eines Gesprächs mit Frank Behrens von der Wirtschaftsförderung Schleswig-Holstein. Der Experte habe dringend empfohlen, eine Machbarkeitsstudie bei einer Fachfirma in Auftrag zu geben, dazu gehöre unter anderem, dass Bedarf, Konkurrenz und Potenzial analysiert würden. Der Fachmann habe zudem dazu geraten, beizeiten auch planungsrechtliche Vorbereitungen zu treffen, so Scholz weiter.

Im Antrag sind Kosten von rund 20  000 Euro veranschlagt: „Wir haben laut Karla Kresel von der Aktivregion allerdings gute Chancen, die Studie mit 55 Prozent gefördert zu bekommen“, erläuterte Scholz und mahnte zur Eile: Die nächste Sitzung des Aktivregion-Vorstandes sei bereits am 7. Juli und schnellen Handeln geboten, um keine Verzögerungen zu riskieren.

Kritik übte Klaus Schmidt (UWL) in der anschließenden Beratung nicht am Inhalt des Antrags, sondern an der Vorgehensweise der CDU. „So etwas gehört zur vorherigen Beratung in die Ausschüsse.“ Von der Sache sei er überzeugt, nicht jedoch von der „Effekthascherei der CDU alle vier Wochen“ während der Gemeindevertreter-Sitzung. Scholz reagierte prompt: Mit dem Ortsentwicklungskonzept sei der Beschluss gefasst worden, dass einzelne Ideen in den Fraktionen erarbeitet werden sollten: „Von Ihrer Fraktion habe ich noch keinen Vorschlag gehört.“

Die Notwendigkeit von mehr Übernachtungsmöglichkeiten und vor allem einem Saalbetrieb hob auch Annemarie Carstensen (SPD) hervor. „Dass wir ein Hotel brauchen, ist klar. Wer ein paar mehr Leute einladen will, ärgert sich, dass er in die umliegenden Orte zum Feiern ausweichen muss.“ Kritisch sehe sie allerdings das Vorhaben, als Gemeinde mit der Analyse eine Leistung zu übernehmen, die sonst der Unternehmer zahlen müsse. Dagegen setzte Lecks Bürgermeister Andreas Deidert das Eigeninteresse der Gemeinde: „Uns fehlt etwas. Da können wir eher warten, dass die Hölle zufriert, als dass Hotelinvestoren von selbst auf uns zukommen.“

In der Abstimmung entschieden sich die Kommunalpolitiker mit zwölf Stimmen dafür, die Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Die anwesenden fünf Mitglieder der UWL enthielten sich der Stimme – als Begründung wiederholte Klaus Schmidt die Kritik an den Überraschung-Anträgen und forderte, künftig die Ausschüsse nicht mehr zu übergehen.

Wenn alles nach Plan läuft, rechnet Ingo Scholz damit, dass nach der Ausschreibung durch die Gemeinde eine entsprechende Fachfirma in rund drei Monaten die Ergebnisse der Analyse präsentieren könnte. Potenzielle Standorte in Leck hat er auch schon ins Auge gefasst, zum Beispiel ein gut aus Richtung Flensburg sichtbarer Bau, möglich sei auch ein Hotel auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes. Aber da haben – wie bei allen Beschlüssen – alle Mitglieder der Gemeindevertretung ein Wörtchen mitzureden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen