Heckenschützen : Leck: Unbekannte schießen auf fahrende Autos

Tatort Brücke: Hier wurde auf zwei vorbeifahrende Autos geschossen.
Tatort Brücke: Hier wurde auf zwei vorbeifahrende Autos geschossen.

Zwei Wagen vor der Brücke über die Lecker Au von Projektilen getroffen. Die Polizei vermutet jugendliche Täter und sucht Zeugen

shz.de von
07. November 2013, 17:01 Uhr

Heckenschützen in Leck: In der Gemeinde sind zwei Autos von Unbekannten beschossen worden. Wie die Polizei erst gestern mitteilte, wurden die Wagen jeweils am Nachmittag während der Fahrt von Projektilen getroffen. Im Kokkedahler Weg in Richtung Birkstraße habe ein 71-jähriger Fahrer eines silbergrauen Toyotas am Montag vor der Brücke über die Lecker Au einen lauten Knall bemerkt und anschließend drei Jugendliche im Gebüsch entdeckt. Es ist für die Polizei aber unklar, ob diese für die Schüsse verantwortlich waren. An der Beifahrertür fand sich später ein Einschussloch.

Zuvor war der silbergraue Hyundai eines 61-Jährigen an derselben Brücke beschossen worden. Dieser Vorfall ereignete sich bereits am 29. Oktober. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und unerlaubten Schießens – und sucht Zeugen. Wer etwas gesehen hat, kann sich unter der Telefonnummer 04662/891260 bei der Polizeistation in Leck melden.

Dort hielt sich die Beamten gestern auf Nachfrage bedeckt. Dass die Vorfälle erst eine Woche nach dem ersten Schuss öffentlich gemacht wurden, habe ermittlungstaktische Gründe. Die Geschosse seien nicht durchgeschlagen, deshalb sei zu vermuten, dass eine Luftdruckwaffe benutzt wurde. Diese Aussage bestätigt auch Markus Langenkämper von der Polizeidirektion Flensburg: „Die Einschusslöcher sind etwa so groß wie die Kuppe eines kleinen Fingers. Spezialisten gehen deshalb davon aus, dass es sich um keine großkalibrige Waffe handelt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich Jugendliche Vaters Luftgewehr geklaut und ausprobiert haben.“ Da beide Tatorte beinahe identisch seien, liege es nahe, dass es sich bei beiden Vorfällen um dieselben Täter handele.

Die Schüsse seien keinesfalls als Kinder- und Jugendstreich zu verstehen: „Im Gegenteil, diese Taten sind sehr gefährlich. Autofahrer könnten sich erschrecken, besonders die älteren Verkehrsteilnehmer, das Lenkrad verreißen und in den Gegenverkehr geraten“, verdeutlichte Langenkämper. Auch Fußgänger oder Radfahrer könnten verletzt werden. Das müssten sich die Täter bewusst machen.

Die Bewohner im Kokkedahler Weg machen sich derweil Gedanken über die Vorfälle: „Ich habe vor zirka drei Tagen einen Knall gehört. Das war gegen 17 bis 18 Uhr“, überlegte zum Beispiel Sven Meng. Er habe sich nichts dabei gedacht. Es erinnerte ihn aber daran, dass ihm selbst so etwas vor einem halben Jahr passiert war. Mit seinem Fahrzeug war er in Richtung Stadum gefahren, als in Höhe der Straßenmeisterei etwas gegen die Scheibe flog und diese zerbarst: „Ich bin der Meinung, das war ein Schuss.“ Diese Annahme mag Polizeisprecher Langengräber nicht bestätigen. „Es gibt keine Hinweise, dass in der Region bereits vor einem halben Jahr auf Autos geschossen wurde.“

Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn zeigte sich gestern erschrocken und entrüstet über die Schüsse: „Das ist eine Katastrophe, wenn die Bürger nicht mehr sicher durch den Ort gehen können und Angst haben müssen, dass irgendwer herumschießt. Wer so mit Waffen umgeht, ist nicht gemeinschaftsfähig, sondern krank und muss in Therapie. Ich bitte die Bevölkerung eindringlich um ihre Mithilfe!“




zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen