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Pläne der Gemeinde : Leck bekennt sich zu den Spielplätzen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Trotz Kritik vom Kreis will die Gemeinde weiterhin an fast allen öffentlichen Spielflächen festhalten und investiert insgesamt 77500 Euro.

Welcher Spielplatz wird wie häufig genutzt, wie viele Kinder und Jugendliche leben in deren Einzugsgebieten, wie alt sind sie, und ist die Spielfläche attraktiv gestaltet? Das neue Spielplatzkonzept der Gemeinde Leck beantwortet all diese Fragen und gibt Anregungen für qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte Spielangebote.

Die Diskussion um die Spielplatz-Situation in Leck flammte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder auf, zumal der Kreis die hohe Zahl der Spielflächen mehrfach angemahnt hatte. Es müsse geprüft werden, so wurde aufgefordert, ob es potenzielle Flächen für Wohnbebauung im Innenbereich gibt. „Über eine Reduzierung der Spielplätze entscheidet letztlich die Politik“, stellte Bürgermeister Andreas Deidert klar. Das von Dieter Davids vom Bauamt und Anton Nahnsen vom Bauhof erarbeitete Spielplatzkonzept setzt nun einen Schlussstrich unter die Debatten und gibt klare Richtlinien vor. 64 Seiten umfasst das im Infrastruktur- und Umweltausschuss hochgelobte und abgesegnete Werk.

Das Konzept ist ein wertvoller Baustein für eine familienfreundliche Gemeindeentwicklung. „Spielplätze bieten Kindern Raum für Erholung, Naturerfahrung sowie für Sport und Spiel“, heißt es und: „Gut gestaltete Spielplätze fördern die kindliche Entwicklung, indem sie beispielsweise Sinneserfahrungen, das Ausleben der Bewegungsfreude oder den Aufbau von Sozialkontakten ermöglichen“. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels setzt sich das Konzept nicht nur mit den Bedürfnissen von Kindern auseinander, sondern auch mit der generationsübergreifenden Nutzung öffentlicher Räume.

In Leck werden 21 Spielplätze gezählt, davon unterhält die Gemeinde 16 öffentliche Spielflächen sowie die Skaterbahn hinter der Nordfrieslandhalle. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzeptes, im September 2016, lebten in Leck rund 7900 Einwohner (heute über 8000), davon 1529 Kinder und Jugendliche. Eine DIN-Vorschrift sieht für Sechs- bis Elfjährige eine fußläufige Entfernung von 400 Metern zum nächst gelegenen Spielplatz vor. „Die Radien unserer Spielflächen betragen 300 Meter, also erfüllen wir diese Norm“, erklärte Dieter Davids.

Auf Spielplätze verzichten will die Politik nur in einem Fall: Das Areal „An der Heide“ mit seiner spärlichen Ausstattung wird von Kindern und Jugendlichen nicht angenommen. Es kann also aufgelöst werden, zumal die Fläche in unmittelbare Nähe zum Spielplatz „Pferdefenne“ liegt. Dieser wiederum soll erheblich aufgewertet, das heißt erweitert und mit mehr Spielgeräten ausgestattet werden. Dann kann ein Spielplatz im neuen Wohngebiet „An der Heide“ entfallen.

An Bedeutung verloren haben gleichfalls die „Bewegungsplätze“ im Hummelring und in Schmörholm, spielende Kinder werden dort kaum gesichtet. Defekte Spielgeräte sollen nicht mehr ersetzt werden, dafür könnte durch Umgestaltungen ein Begegnungsplatz für die Dorfgemeinschaft entstehen (Hummelring) oder eine Streuobstwiese angelegt werden. „Die Flächen müssen in ihrer Funktion stillgelegt werden, aber verfügbar bleiben für einen eventuellen späteren Bedarf“, plädierte unter anderem Ausschussvorsitzender Roland Mader.

Im Gegensatz dazu werden andere Spiel-Freiräume gut frequentiert und sollen deshalb noch attraktiver gestaltet werden. Die Fläche im „Gutenbergring“ etwa ist der bestbesuchte Spielplatz in der Gemeinde. Empfohlen wird, eine weitere Rutsche, Hüpfplatte, Drehscheibe und Bank-Tisch-Kombi aufzustellen. 5500 Euro sind dafür eingeplant, fast die gleiche Summe wie für die Spielfläche im Augarten. Hier würde es sich anbieten, einen Generationenspielplatz einzurichten, hieß es. Insgesamt sieht das Konzept eine Investition von 77  500 Euro vor. Im Haushalt 2016 waren 30  000 Euro eingestellt, in diesem Jahr werden 47  500 Euro veranschlagt, um alle empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Im Konzept nicht mit berücksichtigt ist eine Spielfläche im geplanten Neubaugebiet am Mühlenberg. Das soll zu gegebenem Zeitpunkt erarbeitet werden.

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erstellt am 15.Feb.2017 | 11:32 Uhr

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