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2013 _ Das Jahr der Luft : Lebenselixier aus der Stahlflasche

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Atemschutzgeräte sind für die Brandschützer unentbehrlich. Was aber geschieht nach den Einsätzen mit der Ausrüstung? Sie wird überprüft und gewartet, und das geschieht beispielsweise beim Kreisfeuerwehrverband in Husum und in Niebüll.

Sie sind für die Feuerwehr unentbehrlich, wenn es darum geht, in brennende oder stark verrauchte Gebäude zu gelangen, um Mensch, Tier, Hab und Gut vor den Flammen zu retten: Atemschutzgeräte. Doch was passiert nach den Einsätzen?

Christof Petersen (36) und sein Arbeitskollege Peer Hinrichsen in Niebüll, sowie zwei weitere Kollegen in Husum, sind als Kreisgerätewarte beim Kreisfeuerwehrverband Nordfriesland in den jeweiligen Feuerwehrtechnischen Zentralen angestellt. Hier kümmern sie sich um die Wartung, Instandhaltung und Überprüfung von Ausrüstungsgegenständen der Feuerwehr. Darunter fallen auch die Atemschutzgeräte.

So ein System besteht aus einer Druckluftflasche, einem Druckminderer, einem Lungenautomat, dem dazugehörigen Trage-System und einer Atemschutzmaske. Im nördlichen Kreisgebiet, Einzugsgebiet der Kreisfeuerwehrzentrale Niebüll, sind etwa 600 Atemschutzgeräte und 1200 Atemschutzmasken im Einsatz. Diese werden nach Gebrauch oder halbjährlich einer Prüfung unterzogen. Die Atemluft-Flaschen werden alle fünf Jahre vom TÜV abgenommen.

In den hier verwendeten Flaschen passen sechs Liter Luft, der Druck beträgt im Mittel 300 bar. „Je nach körperlicher Verfassung des Atemschutzgeräteträgers reicht das in etwa für eine halbe Stunde“, erklärt Christof Petersen. Um die Atemschutz-Tauglichkeit feststellen zu können, müssen die ausgebildeten Feuerwehrleute einmal jährlich in voller Montur durch die Atemschutzstrecke sowie sich regelmäßig alle drei Jahre – und ab den 50. Lebensjahr jährlich – einer arbeitsmedizinischen Untersuchung unterziehen.

In den Flaschen ist nicht, wie vielfach angenommen, Sauerstoff, sondern normale Atemluft mit 21 Prozent Sauerstoffanteil. Ein Kompressor entwässert, entölt und filtert die Atemluft, bevor er sie in die Flasche drückt. Sechs Flaschen haben gleichzeitig an der Füllleiste Platz. Der Vorgang kann bis zu 20 Minuten dauern. Die benötigte Luft wird von außerhalb angesogen. Der Kompressor wird einmal jährlich gewartet.

Bei Nordfrieslands Feuerwehren bestehen die Atemluftflaschen im Allgemeinen aus Stahl und wiegen im leeren Zustand etwa zehn bis zwölf Kilogramm. Sie sind in gelb lackiert mit einem schwarz-weißen Flaschenhals. Bei grauen Flaschen mit grünem Hals handelt es sich um Druckluftflaschen für Arbeitsgeräte. Um nicht die vollen 300 bar aus der Druckflasche auf die Lunge zu bekommen, reduziert der Druckminderer diese auf einen Mitteldruck von sechs bis neun bar. Dieser Mitteldruck wiederum wird durch die atemgesteuerte Dosiereinrichtung ( Lungenautomat ) auf Millibar reduziert und über die Atemschutzmaske dem Geräteträger zugeführt.

„Die Atemschutzausrüstung darf nur durch qualifiziertes Fachpersonal und mit speziellen Prüfgeräten überprüft werden, um in Ernstfall die einwandfreie Funktion zu garantieren“, erklärt Christof Petersen. „Damit niemand zu Schaden kommt.“

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erstellt am 20.Okt.2013 | 11:58 Uhr

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