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Spülbagger im Einsatz : Lebensadern werden entschlackt

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Derzeit arbeiten Spülbagger auf der Lecker und Soholmer Au / Sandentnahme soll in acht bis zehn Wochen abgeschlossen sein

Damit die Lecker und Soholmer Au, beide wichtige Lebensadern der heimischen Wasserwirtschaft, brav in ihrem Bett bleiben, nicht über ihre Deiche schwappen und angrenzendes Land unter Wasser setzen, stehen ihre Wasserstände unter steter Kontrolle. Diese besorgt der Deich- und Hauptsielverband Südwesthörn-Bongsiel.

Kürzlich haben Messungen ergeben, dass in einem Teilbereich der Soholmer Au zuviel Sand angeschwemmt wurde. Genau genommen ist es ein 3 250 langes Teilstück des Fließgewässers in Nähe der Bundesstraße 5 zwischen Enge-Sande und Bargum. Mit der dringend erforderlichen Sandentnahme wurde eine Spezialfirma beauftragt. Ihr Spülbagger ist bereits in Aktion.
Zur Erläuterung: Die Auen nehmen das Niederschlagswasser aus Richtung Geest aus einem 94 000 Hektar großen Einzugsgebiet auf und leiten es in die Nordsee. Vor Nordwaygaard vereinigen sich beide Wasserläufe zum Bongsieler Kanal und gelangen durch den Schlüttsiel in die Nordsee. Unterwegs hat der Bongsieler Kanal Speichermöglichkeiten im Bottschlotter See und im Hauke-Haien-Koog. Hochwasserstände in den Auen treten nicht nur bei extremen Niederschlägen auf. Sie können sich auch durch ein zu hohes Abflussprofil ergeben. Dieses entwickelt sich durch ein Sand-Schlick-Gemisch, das die Au auf ihrem Fließweg nach Westen mitnimmt, und aus dem sich Teile unterwegs ablagern.

Der Spülbagger hat jetzt mit der Sandentnahme aus dem zu hoch angewachsenen Grund der Au begonnen. Um das Spülgut loszuwerden, hat der DHSV in Aunähe ein elf Hektar großes Landstück als Spülfeld angepachtet. Die Konsistenz des Spülguts schadet dem Land nicht. Es kann nach einem Jahr durchgearbeitet und wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Die Sandentnahme wurde etwa in der Mitte der Spülstrecke begonnen. Sie soll, wenn es die Witterung zulässt, in acht bis zehn Wochen abgeschlossen sein. Tritt dieser Idealfall nicht ein, darf die Spülung nicht über die ersten Märztage hinausgehen, weil dann die Natur ihr Recht einfordert.

Diese Maßnahme hat ihren Preis. Sie kostet nach Angaben von DHSV-Geschäftsführer Thies Horn 566 000 Euro. Zur Finanzierung der Gewässerunterhaltung und den Kosten der Schöpfwerke tragen die Grundbesitzer des Einzugsgebiets mit ihrem „Koogsgeld“ bei, bestehend aus Grund- und Flächenbeiträgen.
 

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erstellt am 29.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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