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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:28 Uhr

Leben in Nordfriesland soll attraktiv bleiben

vom

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erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Nordfriesland | Nicht als Sachwalterin von Partei-, sondern von Bürgerinteressen versteht sich die Wählergemeinschaft Nordfriesland/Die Unabhängigen (WG-NF). "Wir müssen nicht auf Parteiräson achten", sagt Fraktions-Chef Jürgen Jungclaus mit Blick auf Kiel und Berlin. Statt mit Sachargumenten für gemeinsame Lösungen oder Mehrheiten zu werben, habe sich der Jamaika-Block aus CDU, Grünen und FDP im Kreistag hingegen anders aufgestellt. Die WG-NF als unabhängige Kraft - sie erreichte bei der Kommunalwahl 2008 rund 12,2 Prozent der Stimmen und sieben Mandate - möchte deshalb nach der Wahl am 26. Mai möglichst gestärkt in den neuen Kreistag einziehen - auch, um bei der Landratswahl im August Dieter Harrsen im Amt zu bestätigen. "Der Landrat ist weiterhin Mitglied bei der WG-NF", betont Hans-Jürgen Fröhlich mit Seitenhieb auf die mit Dieter Harrsens Konterfei werbende SPD.

"Zeichen haben wir schon gesetzt", sagt Gabriele Edlefsen rückblickend auf die endende Wahlperiode. Immerhin habe die WG-NF zahlreiche Anträge und Initiativen für mehr Bürgerbeteiligung in den Kreistag eingebracht. Viele seien allerdings zunächst abgelehnt worden, um dann ein halbes Jahr später von anderen wieder aufgenommen zu werden. Nachdem das Jamaika-Bündnis überraschend noch den Gesundheitsausschuss abgeschafft hatte, wünscht sich die WG-NF für die Zukunft Ad-hoc-Ausschüsse als Arbeitsgremien, die die Mehrheitsverhältnisse im Kreistag widerspiegeln, aber ebenso externen Sachverstand einbeziehen.

Auch um den Kreis als eigenständige Gebietskörperschaft zu erhalten, setzen die Unabhängigen weiterhin auf Haushaltskonsolidierung und Schuldenabbau. Die freiwilligen Leistungen, etwa für Familien- und Sportförderung, wollen die Unabhängigen aufrecht erhalten. Insbesondere bei sozial- und finanzpolitischen Themen setzen sie aufgrund der positiver Erfahrungen weiter auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit SPD und SSW.

Ihre großen Ziele sind Perspektiven für den ländlichen Raum, wie Arbeitsplätze, bezahlbarer Wohnraum, flächendeckende medizinische Versorgung mit dem Erhalt der vier Kliniken in öffentlicher Trägerschaft als Häuser der Grund- und Akutversorgung und die Förderung der kulturellen Vielfalt. "Das Leben im ländlichen Raum muss für Menschen aller Generationen attraktiv bleiben", betonen Jungclaus, Edlefsen und Michael Lorenzen auch mit Blick auf den demografischen Wandel.

"Uns ist es ganz wichtig, dass wir nicht abgehängt werden im Norden", bekräftigt Mery Ebsen. Deshalb möchte die WG-NF den Wirtschaftsstandort Nordfriesland stärken - mit besonderen Augenmerk für Tourismus und alternative Energien. Priorität haben für sie Sofortmaßnahmen zum B5-Ausbau, verlässliche Bahn- und Fährverbindungen sowie der Klima- und der Küstenschutz. Dazu gehört auch ein Konzept zur Sicherheit auf See für Offshore-Windparks - "aus einem Guss für alle Unternehmen", fordert Jürgen Jungclaus. Seine Sorge: "Wenn einmal etwas passiert, haben wir an der Küste mit unserem ökologisch wertvollen Wattenmeer den Schaden. Die Pallas war der erhobene Zeigefinger."

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