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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 09:49 Uhr

Lautstarker Beifall für junge Talente

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Hochschulorchester Flensburg beeindruckte mit Können und Humor

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 11:40 Uhr

Junge Talente voller Spielfreude und ein Dirigent mit beachtlichem Temperament: Der Verein Pro Muica Niebüll eröffnete seine Konzertsaison 2014 traditionsgemäß in der Stadthalle mit Darbietungen des von Dr. Theo Saye geleiteten, 65 Mitglieder umfassenden Hochschulorchesters Flensburg.

Der Dirigent blieb seiner bewährten Gewohnheit treu, das Publikum zunächst auf kompetent informative, zugleich aber auch augenzwinkernd humorvolle Weise in das Programm des Abends einzuführen. Dabei setzte er seine unüberhörbaren Bemühungen fort, jeglichem elitären Gehabe, das Besucher klassischer Konzerte gelegentlich in abschreckender Form an den Tag legen, keinen Raum zu bieten, indem er ihnen nahezu pausenlos Anlässe zum Schmunzeln bot.


Souveränes Solo und große Spielfreude


Die von ihm ausgewählten Werke entstammten ausnahmslos tschechischen Komponisten sehr unterschiedlicher Schreibweise. Als erstes erklang die „Sinfonische Dichtung ,Wallensteins Lager‘ (D-Dur)“ von Bedrich Smetana, der als Begründer der national-tschechischen Kunstmusik gilt. Dem Orchester gelang es in eindrucksvoller Weise, das vorgegebene Programm musikalisch nachzuzeichnen: vom straffen Leben im Lager über des ausgelassen-fröhliche Feiern der Söldner, die durch Posaunenklang angedeutete Predigt eines Kapuziners bis hin zu dem durch schmetternde Trompeten und viel Schlagwerk verkündeten Aufbruch und eine Glorifizierung des soldatischen Lebens.

Mit dem selten zu hörenden „Konzert für Kontrabass und Orchester, D-Dur“ von Johann Baptist Vanhal (1739-1813) absolvierte Ikuma Saito, der junge stellvertretende Solo-Kontrabassist des Landessinfonieorchesters Schleswig-Holstein, souverän seinen ersten Auftritt als Solist. Ihn zu beobachten, wie er seinen Tiefbass sonor „singen“ ließ, mit der linken Hand auf den Saiten enorm weite Sprünge meisterte und zuweilen zu versuchen schien, in sein riesiges Instrument geradezu hineinzukriechen, war für Ohren und Augen gleichermaßen eine Freude. Als wahrer Virtuose präsentierte er sich bei den äußerst anspruchsvollen Kadenzen der beiden ersten Sätze. Den am Ende seiner Darbietung lautstark einsetzenden Beifall seiner Zuhörer hatte er vollauf verdient.

Die „7. Sinfonie, d-moll“ von Antonin Dvoràk nutzte das Hochschulorchester, um sein Publikum von seinen spieltechnischen Fertigkeiten und seiner eigenen Spielfreude zu überzeugen. Die Streicher aller Lagen musizierten sehr präzise, wenngleich gelegentlich etwas statisch, die hochklassige Gruppe der Hornisten und Holzbläser genossen sichtlich und hörbar ihre vielen intensiven Einsätze. Die Blechbläser standen ihnen hinsichtlich ihrer Dynamik und Präzision gleichwertig zur Seite, und das Schlagwerk passte sich dem Gesamtklang angemessen an.

Theo Saye hielt als Dirigent die Zügel fest in der Hand und entfaltete ein beachtliches Temperament. Als Dank für den lebhaften Schlussapplaus der Zuhörer wartete das Orchester noch mit einer Zugabe auf: einem tänzerischen Satz von Leos Janacek.

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