Würdigung : Launige Lobreden für „einen streitbaren Friesen“

Dieter Lüders bindet dem neuen Ehrenpfadfinder Peter Ewaldsen das Stammestuch um.
Dieter Lüders bindet dem neuen Ehrenpfadfinder Peter Ewaldsen das Stammestuch um.

Beim Sommerempfang in Neukirchen wurde dem scheidenden Bürgermeister manche Ehre zuteil.

shz.de von
26. Juni 2018, 18:02 Uhr

Es war nach 32-jähriger Tätigkeit als Bürgermeister wohl seine letzte offizielle Amtshandlung, als Peter Ewaldsen rund 120 Bürger der Gemeinde Neukirchen zum Sommerempfang des Zentralortes im Landgasthof Fegetasch begrüßte. So hatte er die Organisation auch schon an seine beiden Stellvertreter Thomas Dose und Jörg Hansen delegiert.

Mit anerkennenden Worten hoben Dose und Hansen die überaus erfolgreichen, fast lebenslangen ehrenamtlichen Tätigkeiten von Peter Ewaldsen für seine Heimatgemeinde hervor. Durch sein Wirken habe er die Grundlage für ein wunderschönes Dorf mit einer guten Infrastruktur gelegt, betonten beide. Als äußersten Zeichen des Dankes überreichten sie einen vor 30 Jahren getöpferten Wandteller der Gemeinde Neukirchen sowie einen Gutschein mit den Worten: „Bleib’ gesund und fit, damit wir uns noch viele Jahre sehen.“ Kleine Anekdote am Rande: Das Porträtfoto zum Amtsantritt von vor 32 Jahren wollte Peter Ewaldsen für die Ahnengalerie der Neukirchener Bürgermeister lieber durch ein aktuelles ersetzen lassen. O-Ton des scheidenden Bürgermeisters: „Da sehe ich ja aus wie ein Konfirmand!“

Welch einen Stellenwert der Sommerempfang mit der Verabschiedung von Peter Ewaldsen aus seinem Amt hatte, zeigte auch die Anwesenheit von Amtsdirektor Otto Wilke mit Ehefrau. In launigen Worten beschrieb Wilke den „streitbaren Friesen Peter Ewaldsen, der sich nicht verbiegen lässt“. Zu dessen charakteristischen Eigenschaften eine ausgeprägte Sozialkompetenz zähle, die aber sehr bestimmend sei. Denn am liebsten sollte es immer so sein, wie Peter Ewaldsen sich das vorgestellt hatte. Der Amtsdirektor sparte nicht mit Dank und Lob für den auch als Amtsvorsteher ausscheidenden Bürgermeister, der nicht nur verwalten, sondern lieber gestalten wollte. Da Ewaldsen als passionierter Fischer und Jäger fast Selbstversorger sei und auch mal die Amtsmitarbeiter bedacht habe, überreichte Wilke ihm ein Glas dänischen Heidehonig.

Und es gab noch eine Überraschung für Peter Ewaldsen, als plötzlich eine Abordnung der Pfadfinderschaft „Wildgänse“ mit den Gründungsmitgliedern Dieter und Karin Lüders (inzwischen in Leck wohnhaft) im Saal auftauchten. In Anerkennung für sein Engagement für den Stamm ernannten sie Peter Ewaldsen zum Ehrenpfadfinder im Range eines „Wölflings“. Damit sollte insbesondere die Beharrlichkeit und Mithilfe für den seinerzeitigen Bau der Stammeshütte auf dem Kirchengrundstück gewürdigt werden. Und Peter Ewaldsen wäre nicht er selbst, wenn er nicht gleich mit launigen Worten die Geschichte zur Entstehung dieser Hütte erzählen konnte: „Die hatten damals ganz schlechte Bedingungen, aber hörten nicht auf zu existieren. So musste etwas Bauliches passieren.“

Musikalisch wurde der Empfang durch die Oldie-Band „Morinos“ untermalt, und es gab sogar eine aktuelle Information: Der stellvertretende Landrat Uwe Schwalm, Band-Mitglied der „Morinos“, berichtete über die geplante Einführung des Rufbusses in Nordfriesland mit 18 Fahrzeugen, die sich nun aber wegen einer Klage des bei der Ausschreibung unterlegenen Mitbewerbers verzögert. Aber der Rufbus werde auf jeden Fall kommen, so Schwalm, der scherzhaft an die älteren Mitbürger appellierte: „Nicht vorher tot bleiben, bevor der Bus kommt.“ Ein Höhepunkt der Morino-Musik war ein Beitrag mit der Melodie der „Schwäbschen Eisenbahn“, wofür Detlef Petersen die Missstände der Marschbahn nach Sylt in Liedtextform gebracht hatte. Hier sang er vielen Besuchern aus der Seele, wie der lang anhaltende Beifall bewies.

Geschenke gab es auch: Jeder Besucher bekam eine von der Nolde-Stiftung spendierte Freikarte für das Museum. „Das zeigt die Verbundenheit der Stiftung zur Gemeinde Neukirchen“, freute sich Thomas Dose.



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