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Landesplanung: Kein weiterer Supermarkt in Leck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stellungnahme aus Kiel zur Kooperation von Aldi und Famila bringt Planungen vorerst zum Erliegen

Die Landesplanung in Kiel hat ein wachsames Auge auf Leck – zumindest, was die Zahl der Supermärkte angeht. Das wurde am Dienstagabend im Umwelt- und Infrastrukturausschuss deutlich. Denn Christina Scheil vom Fachbereich Planung des Amtes Südtondern hatte Neuigkeiten zur angestrebten Fusion von Aldi und Famila in der Gemeinde mitgebracht: In einer Stellungnahme hat die Landesplanung Bedenken geäußert, was die Nachnutzung des derzeitigen Aldi-Standortes angeht.

Denn sollte sich dort wieder ein Discounter oder Supermarkt ansiedeln, wäre das Verhältnis von „nahversorgungs- und zentrumsrelevantem Einzelhandel“ zur Bevölkerungszahl nicht mehr angemessen und es bestünde Gefahr, dass Kaufkraft von anderen Unterzentren abgezogen würde, so die Begründung der Landesplanung. Zudem sei eine Schwächung des innerörtlichen Einzelhandels zu vermeiden.

Zur Erinnerung: Geplant ist eine Verlegung des Aldi-Markt im Lecker Gewerbegebiet, und zwar direkt neben den Famila-Markt. Dort soll ein neues Gebäude entstehen, das die Familia-Verantwortlichen an den Discounter vermieten wollen. Zudem ist eine Erweiterung der Aldi-Verkaufsfläche von bisher gut 800 auf künftig 1200 Quadratmeter geplant. Der Famila-Markt soll auch umgebaut und modernisiert werden, die Verkaufsfläche hier jedoch nicht erweitert werden.

Nach den Bedenken der Landesplanung gegen das laufende Verfahren zur B-Plan-Änderung für die Verbrauchermarkt-Kooperation bleiben der Gemeinde laut Scheil zwei Möglichkeiten: Entweder wird eine Studie in Auftrag gegeben, die über die Tragfähigkeit und Auswirkungen eines weiteren Verbrauchermarktes in Leck Auskunft gibt, oder der B-Plan für den zukünftigen Aldi-Altstandort muss dahingehend geändert werden, dass sich dort kein weiterer Supermarkt oder Discounter ansiedeln darf. Bis eine der beiden Alternativen vollzogen ist, ruht das Verfahren.

Die Argumentation, dass bereits ein zusätzlicher Supermarkt im Lecker Gewerbegebiet die Balance stören würde, erschien mehreren Ausschussmitgliedern nicht schlüssig: „In jedem kleineren Ort darf das sein, nur bei uns in Leck nicht, das sehe ich nicht ein“, äußerte etwa Anton Nahnsen verärgert. Lecks Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn appellierte daran, trotzdem die „Nachgebespur“ zu wählen: „Das Schlimmste wäre, wenn Aldi und Famila noch in 20 Jahren nicht zusammen gekommen sind und am Ende beide Unternehmen gehen würden. Es soll endlich zu einer Eheschließung kommen.“

Der Ausschussvorsitzende Roland Mader erinnerte sich daran, dass genau an dieser Begründung der Landesplanung bereits vor einigen Jahren eine Verbrauchermarkt-Kooperation gescheitert sei, wobei er auch er anmerkte: „In Orten wie Bredstedt und Süderlügum stimmt dann das Verhältnis von Einwohnerzahl und Verkaufsfläche erst recht nicht.“ Nachdem Bürgermeister Langbehn versichert hatte, dass die Schadensersatzpflicht gegenüber dem Eigentümer des jetzigen Aldi-Standortes ausgelaufen sei, verständigten sich die Mitglieder darauf, die B-Plan-Änderung mit Supermarkt-Sperrvermerk und einen erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss in die Wege zu leiten. „Wir wollen ja auch nicht, dass der Einzelhandel im Innenort ausblutet“, sagte Johannes Erichsen-Bey im Sinne der langjährigen Maxime der Gemeinde.

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