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Auszeichnung für Ehrenamtler : Land Schleswig-Holstein ehrt Flüchtlingspaten aus Südtondern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Einsatz für Schutzsuchende: Rund 70 ehrenamtliche Helfer bekommen in Leck Helfernadel des Landes Schleswig-Holstein verliehen.

Sie nehmen die Flüchtlinge in Empfang, betreuen und begleiten sie zu Behörden und zu Ärzten, unterstützen sie im Alltag und sind da, wenn sie gebraucht werden: Das Amt Südtondern weiß, was es rund 150 aktiven Paten zu verdanken hat. Über 70 von ihnen ließen sich am Montag in der Nordsee Akademie wertschätzen, mit ihrem Tun haben sie vieles Unmögliche möglich gemacht, so die Veranstalter.

„Ihr Lieben alle“, rief Amtsvorsteher Peter Ewaldsen den geladenen Gästen zu. Er freute sich sichtlich über ihr Erscheinen, gerade weil sie mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu einem großen menschlichen und wertebewussten Miteinander in dieser Region beigetragen haben. An den Flüchtlingsstrom aus Ländern, mit denen man hier kaum Kontakt hatte, erinnerte der Amtsvorsteher und auch daran, dass das Amt die Flüchtlingshilfe mit bezahlbaren Kräften nicht hätte schaffen können. „Dann kamen Sie – und darauf bin ich stolz! Sofort und ohne jede Bedingung sind Sie aktiv geworden. Nicht nur kurzfristig, sondern immer noch, auch wenn manches Mal Enttäuschungen erfahren werden mussten“, sagte Peter Ewaldsen. Menschen aus „allen Schichten und Gruppierungen“ würden helfen – er wolle sie dazu ermuntern, dies weiter zu tun.

Drei wichtige Gesichtspunkte zeigte der Integrationsbeauftrage vom Kreis Nordfriesland, Peter Martensen, auf: Zum einen habe der Kreis 2013/14 ein Projekt erarbeitet und dafür in Kiel Mittel beantragt und erhalten. 5000 Euro dieses Zuschusses seien nach Südtondern geflossen. Martensen nannte die Gründung des „Runden Tisches“ in Leck als Keimzelle des „Internationalen Runden Tisches“ in Niebüll. Schließlich seien Helferkreise entstanden in Rosenkranz, Süderlügum, Klixbüll, Emmelsbüll-Horsbüll, Ladelund, darüber hinaus nannte Martensen die Kirchengemeinden als unentbehrliche Partner. Den Ehrenamtlern bescheinigte er: „Sie haben Anspruch auf einen hauptamtlichen Ansprechpartner – mit Monika Hahn-Naninga haben sie eine Fachfrau vor Ort!“

Über die Grenzen und Chancen des Ehrenamtes hatte sich Thomas Berard Gedanken gemacht. Der Leiter des Sozialamtes Leck hinterfragte die Aufgaben der Paten und lieferte gleich die Antworten mit: „Wir sollen die Flüchtlinge beschützen vor der Welt, die sie nicht kennen, hauptsächlich aber lehren, sich darin bewegen und leben zu können.“ Ein solcher Pate sei ein „Pate auf Zeit“, er begleite die Flüchtlinge bis zur Integration und leiste Hilfe zur späteren Selbsthilfe.

Die Ehrenamtler würden aus ihrer Hilfe Freude schöpfen, wusste Berard von deren Motivation und mahnte: „Sie müssen den Mut haben, wenn sie nicht mehr können, diese Aufgabe abzugeben!“ Dieser Kernaussage fügte Monika Hahn-Naninga hinzu: „Wir haben neue Modelle entwickelt, damit die Paten Energie und Hoffnung behalten.“ Sie verhehlte nicht, dass sich das Aufgabenfeld erweitert hat und schwieriger geworden ist: „Jetzt müssen wir Praktika und Ausbildungsplätze finden.“

Zurzeit leben 450 Flüchtlinge in Südtondern, und zwar in Ladelund, Klixbüll, Bosbüll, Süderlügum, Risum-Lindholm, Rodenäs, Leck und Niebüll. Durch den späten Nachmittag führte Moderator Carsten Kock. Er nahm sich Zeit für die ehrenamtlichen Helfer, kam mit ihnen ins Gespräch und ließ sie zu Wort kommen, um von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen erzählten.

Bald war alles gesagt, für Amtsdirektor Otto Wilke (Foto) blieb ein weiterer kleiner Rückblick auf 2015, als wöchentlich für 50 bis 60 Asylbewerber Wohnungen beschafft werden mussten und der Verwaltung das „Wasser bis zum Hals stand.“ Er verlieh jedem Paten eine Ehrenurkunde und eine Helfernadel des Landes Schleswig-Holstein.

 

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