Theater : Lästermäulern auf der Spur

„Lästermuul“ Emmi (Ute Deter) wird am Lügendetektor von Kilian (Gernot Sönksen) und Otto (Sönke Ingwersen) überführt.
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„Lästermuul“ Emmi (Ute Deter) wird am Lügendetektor von Kilian (Gernot Sönksen) und Otto (Sönke Ingwersen) überführt.

Plattdeutsche Laienspielgruppe begeistert mit der Premiere ihres neuen Stückes – weitere Auftritte folgen

shz.de von
31. Januar 2018, 03:31 Uhr

Neukirchen | Was man gegen die Machenschaften einer Schludertante, auf niederdeutsch Lästermuul, unternehmen kann, wird derzeit auf urkomische Weise von der plattdeutschen Neukirchener Laienspielgruppe demonstriert. Mit dem plattdeutschen Einakter „Dat neele Lästermuul“ von Bernd Reuter, nach einer Übersetzung von Reimer Wilder, hatte das seit vielen Jahren eingespielte Ensemble um den Leiter Sönke Ingwersen wieder Premiere beim Feuerwehrfest im Landgasthof Fegetasch in Neukirchen.

Das Stück spielt in einem Imbiss, genauer gesagt in „Ottos Imbiss“, dem Treffpunkt für alle in der Region mit vielen Stammgästen. Eine davon ist Emmi Hobel (gespielt von Ute Deter), die im Verbreiten von Gerüchten viel schlimmer ist als so manche Medien.

Sie wird deshalb von Imbiss-Wirt Otto König (Sönke Ingwersen) häufig in die Schranken verwiesen, was sie aber nicht weiter stört. Im Gegenteil ist sie auch noch von sich überzeugt, wenn sie sagt: Du kennst mi doch, ick vertell jümmers de Wohrheit.

Sogar über ihre angeblich beste Freundin Grete Schuster (Kerstin Garmsen) zieht sie in Abwesenheit her, indem sie diese als bunten Pudel bezeichnet. Voller Egoismus betont Emmi immer wieder: „Ick schluder nich, ick sech man blots“, was sie aber nur selbst glaubt.

Als Emmi mit ihren Lügengeschichten dann auch noch die hübsche Leni Schwarz (Bente Botte) zum Weinen bringt, beschließt der Stammgast Hugo Schönstein (Wolfgang Petersen) gemeinsam mit seinem zu Besuch weilenden und in dem Imbiss noch nicht bekannten Freund Kilian Kolb (Gernot Sönksen), dem Lästermuul einen Denkzettel zu verpassen.

Ihr Plan, mit einem ominösen Paket als Geburtstagsgeschenk für Hugos Frau getarnt, dem Tratschweib eine vermeintliche Straftat unterzujubeln, gelingt tatsächlich. Der angebliche Kommissar Kilian Kolb, auch Bob de Boomeester genannt, versetzt Emmi mit seinen gespielten kriminalistischen Möglichkeiten und vor allen Dingen mit einem Lügendetektor in Angst und Schrecken.

Aber ein Schabernack zum Schluss klärt die Geschichte unter großem Gelächter auf. Mehr soll nicht zu dem lustigen Stück verraten werden, denn es sind noch weitere Auftritte in der Region fest gebucht. Nur so viel – das Publikum in Neukirchen war von den darstellerischen Leistungen der Akteure hellauf begeistert, wie die lang anhaltenden Beifallsstürme bewiesen.



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