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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:19 Uhr

Bilanz : Lämmerpreise ziehen weiter an

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Südtonderns Schafzüchter profitieren von dem islamischen Opferfest / Auch Wollpreise weiterhin stabil

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Schafzüchter und Schafhalter sind mit der Situation der Schäferei in Südtondern alles in allem zufrieden. Das klang aus der Jahresversammlung des Herdbuchbezirks Südtondern heraus, die unter dem Vorsitz von Jörn Petersen im Gasthof Blocksberg tagte.

Zufriedenheit herrscht bei den Schäfern vor allem über die Lämmerpreise, die gut waren wie lange nicht mehr und sich seit sechs Jahren kontinuierlich und auskömmlich entwickelt haben. Ihre Bestmarke erreichen sie für gewöhnlich zum islamischen Opferfest, das zum Höhepunkt des Haddsch, der Wallfahrt nach Mekka, gefeiert wird – in diesem Jahr am 24. September. Die Preise zum Opferfest stiegen auf drei Euro pro Kilogramm und sanken nach Ende des viertägigen Festes auf immer noch passable 2,40 Euro/Kilo. Die Wollpreise hielten sich mit 1,30 Euro/Kilo stabil, wenngleich die Nachkriegspreise nicht erreicht wurden. Doch gab es auch regional unterschiedliche Notierungen für die Wolle, die teils in die Herstellung von Teppichen und Vorhängen, teils in die Technik floss. China war zeitweise ein guter Abnehmer.


Gute Futterlage


Draußen ist es um das Futter gut bestellt, was einem guten Herbst zu verdanken ist. Nach derzeitigem Stand ist noch genügend Gras auf den Weiden und an den Deichen. Um die Wintergräsung sind die Schäfer nicht bange. Wo Futter eingelagert wurde, geschah das häufig durch Ballensilage in Rollen – ideal deshalb, weil gut portioniert und genügsame Schafe weniger zu fressen brauchen als Rinder.

Mit der Zeit habe sich, wie es hieß, das „Deutsche weißköpfige Fleischschaf“ als gefährdet erwiesen und soll womöglich auf die rote Liste gefährdeter Arten gesetzt werden. Aus diesem Grund laufen zurzeit Erhebungen, die die Antwort darauf bringen, in welchem Maße der „Weißkopf“ einer Förderung bedarf. Beliebt sind mittlerweile Kreuzungen zwischen Weißkopf und Texelschaf mit dem Ergebnis einer robusten und wetterfesten Art mit großem Schlachtkörper.

Der Spitzenkonsum von Lammfleisch findet derzeit in England statt. In Deutschland hat er durch den übermäßigen Konsum während der Nachkriegszeit (und wegen seines talgigen Geschmacks) immer noch nicht optimale Mengen erreicht. In England hingegen sei der Lammfleischkonsum auch ungebrochene Tradition – und Lammfleisch entsprechend teuer.

In Dithmarschen ist bereits von Ausgleichsflächen wegen Gänsefraßes die Rede – und landesweit der Wolf im Gespräch. Dieser sei aus Niedersachsen durch das Land unterwegs. In Dänemark sind (nachgewiesen) 40 Schafe gerissen worden und auf dem Weg dorthin weitere 50. Genetisch habe man nachgewiesen, dass 24 Wölfe beteiligt waren. Für eine Rudelbildung gibt es hingegen keine Hinweise, doch gleichwohl die Erkenntnis, dass der Wolf das Schaf vor dem Reh auf der Speisekarte bevorzugt.

Auf der Husumer Auktion, der europaweit größten, wurden 530 Tiere zu Preisen zwischen 275 und 1300 Euro verkauft. Insgesamt gibt es im Land in 12  000 Betrieben 196  000 Mutterschafe.

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