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KZ-Gedenkstätte : Kuratorin will Ausstellung überarbeiten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bis 2017 soll die KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte dank neuer Medien und landschaftlicher Umgestaltungen zeitgemäßer werden

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Dr. Angelika Königseder arbeitet seit Dezember 2014 in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte als Kuratorin der dortigen Ausstellung – mit dem Ziel, die Dauerausstellung inhaltlich und didaktisch zu modernisieren. In einem Interview schildert sie ihre Pläne.

Was wird sich in Ladelund verändern?

Dr. Königseder: Es geht darum, die seit dreißig Jahren existierende Dauerausstellung der Gedenkstätte neu zu gestalten und dabei die beiden historischen, authentischen Orte – das ehemalige Gelände des Außenlagers Ladelund des KZ Neuengamme und den Panzergraben als Arbeitsstätte der Gefangenen – zu verknüpfen. Sinn und Zweck der angestrebten Verknüpfung muss sein, dass sich für den Besucher der Ort auch dann erschließt, wenn er zu einem Zeitpunkt kommt, in dem es ihm nicht möglich ist, im Dokumentenhaus Hintergrundinformationen einzuholen. Es reicht also nicht aus, auf dem Lagergelände einen Gedenkstein und eine Skulptur vorzuhalten, sondern bedarf zusätzlicher Erklärungen, die alles aufzeigen, was dort einst vorhanden war und geschah.


Reichen denn die dort vorhandenen Schrifttafeln nicht aus?
Nein, man muss zwar das Rad nicht neu erfinden, die Thematik aber auf alle Fälle etwas modernen gestalten. Zum Beispiel sollte man versuchen, den Weg, den die Häftlinge von ihrem Unterbringungsort bis zur Arbeitsstelle genommen haben, durch landschaftliche Gestaltung und historische Information deutlicher erkennbar zu machen und so den ganzen Aktionsradius Gefangenen aufzuzeigen. Es wird in diesem Zusammenhang auch darum gehen, weitere Quellen aufzuspüren, seien es Fotos, Filmabschnitte, Hördokumente oder Presseaufzeichnungen. Auch Aussagen von Nachfahren der – heute kaum noch vorhandenen – Zeitzeugen könnten sich als höchst wertvoll erweisen. Gerade im Hinblick auf die Attraktivität der Ausstellung für jüngere Besucher wird es erforderlich sein, geeignete Computerprogramme zu entwickeln, die – anstelle frontalen Schulunterrichts – ein forschendes Lernen ermöglichen. Darüber hinaus gilt es, neue Lehrmaterialien zur Verfügung zu stellen.


Sind Sie bei der Realisierung Ihres Auftrages an zeitliche Vorgaben gebunden?
Meines Wissens plant die Gedenkstätte, die Ausstellung im Jahr 2017 zu eröffnen. Deshalb sollten wir in zwei Jahren mit unserm Vorhaben inhaltlich schon ziemlich weit im Klaren sein.


Werden Sie, Frau Dr. Königseder, in Ladelund wohnen?
Mein Wohnsitz und der meiner Familie (Ehemann und zwei Töchter) bleibt weiterhin Berlin. Wenn ich in Ladelund arbeite, habe ich dankenswerterweise ein Zimmer zur Verfügung.


Womit befassen Sie sich vorzugsweise außerhalb Ihrer in Ladelund übernommenen Aufgabe?
Ich war 15 Jahre lang Geschäftsführerin des von Wolfgang Benz und Barbara Distel gestalteten Projektes, das sich mit der Geschichte sämtlicher Konzentrationslager befasst. Privat lese ich sehr gerne und viel, liebe ich es, klassische Musik zu hören, spiele auch selbst Klavier. Des Weiteren und laufe ich zum Ausgleich häufig Strecken mittlerer Länge.




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