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Schlechter Zustand : Kunstrasen oder Vereinsheimsanierung?

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales diskutierten die Mitglieder mit dem TSV über Prioritäten. Der Verein sieht den Spielbetrieb gefährdet.

Wer derzeit über die Fußballplätze am Stadion in der Jahnstraße läuft, benötigt Gummistiefel. Durch den Regen aufgeweicht bilden die Rasenflächen eine schmierige und damit rutschige Fläche. Kein Ort, an dem man Spiele austragen möchte. So sehen es auch die Kicker des TSV Rotweiß. In diesen Monaten „saufen“ die Plätze in der ganzen Region ab. „Das ist nichts Besonderes“, gab Bürgermeister Wilfried Bockholt zu bedenken. Für die Fußballspieler des TSV Rotweiß aber bedeutet der derzeitige Zustand eine kleine Katastrophe. Grund genug für deren Vertreter, sich während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales der Stadt für einen Kunstrasen stark zu machen, um finanzielle Unterstützung zu werben – und diese Maßnahme mit der Priorität eins zu versehen. Denn man sei eher gewillt, die dringend notwendige Sanierung des TSV-Vereinsheims vorerst zurückzustellen, als auf bespielbare Plätze zu verzichten, machte Wolfgang Siegfried, Spartenleiter Fußball beim TSV, deutlich.

Dabei sollten die Vereinsheimpläne das eigentliche Thema der Sitzung sein. „Nach einem Jahr sind wir nun soweit, dass wir einen Beschluss fassen können, der die Maßnahme befürwortet“, erklärte Ausschussvorsitzender Bernd Neumann. Dennoch zeigte er sich kompromissbereit. Er schlug vor, dem Wunsch des TSV zu entsprechen, 2015 mit dem Kunstrasen anzufangen und die Maßnahme nach Möglichkeit im Oktober abzuschließen. Eventuell könne dann ja 2016 mit der Umsetzung der Sportlerheimpläne begonnen werden.

Der TSV habe einen Förderantrag für die Vereinsheimsanierung gestellt, erinnerte Bürgermeister Wilfried Bockholt. Der laufe über den Sportentwicklungsplan, der Kunstrasen aber über das Programm für das Schul- und Bildungszentrum. Jetzt gehe es darum, wie man mit beiden Förderanträgen verfahren solle. Denn beides, ein Kunstrasen für – vorsichtig geschätzt – eine dreiviertel Million Euro und die Sanierung des Vereinsheims für 1,7 Millionen Euro, sei derzeit nicht drin, machte Bockholt deutlich. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir beides auf einmal machen.“ Wie also das Pferd aufzäumen, fragte er in die Runde. Er persönlich favorisiere die Vereinsheimsanierung. „Es hat eine Funktion für die Spieler.“ Und bisher sei vom TSV stets die Notwendigkeit einer Sportlerheimsanierung artikuliert worden. Zu recht, wie er meinte: Die Duschen seien nicht mehr im Bestzustand, der Sanierungsstau nicht zu übersehen. „Schmerzfrei ist beides, die Reihenfolge passt für mich nicht.“

Auch Ralf Hoyer (SPD) räumte ein: „Wir haben festgestellt, dass das Sportlerheim rott ist.“ Für ihn genieße die Sanierung des Vereinsheim Priorität. „Die Sportler brauchen ein Zuhause. Was nützt ein Kunstrasen, wenn sich die Kinder nicht mehr umziehen können.“

„Die Hütte steht nicht vor dem zusammenbrechen“, macht noch einmal Wilfried Bockholt deutlich. Das Gebäude sei nicht in seinem Bestand gefährdet, aber Heizung, sanitäre Anlagen und die Wasserversorgung seien rott. Stephan Randt (CDU) stellte klar: „Für mich steht der Sport im Vordergrund. Was nützt mir ein Sportlerheim, wenn ich draußen nicht mehr spielen kann.“ Die möglichen Folgen für den TSV seien Spielabsagen und die Abwanderung von Mitgliedern.

Noch einmal kam Wolfgang Siegfried zu Wort und machte die Dramatik deutlich. „Wir haben derzeit 24 Mann im Trainingsbetrieb und einen beleuchteten Acker mit einer Flutlichtanlage aus den 60-ern, den wir nutzen können. Wir wandern schon in die Hallen ab, die aber nicht immer zur Verfügung stehen.“ Trainingseinheiten müssen spät angesetzt werden, die Spieler seien entsprechend spät zu Hause. „Wir sind aber darauf angewiesen, den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Ein Kunstrasenplatz würde dies alles gewährleisten. Und noch mehr: „Bessere Sportler, mehr Kinder und Jugendliche im Verein, mehr Trainer.“

Nach einer kurzen Beratungspause stimmten die Ausschussmitglieder ab. Einstimmig votierten sie nun für einen Beschlussvorschlag, in dem Arbeitskreis Sport sowie der Ausschuss für Schule, Kultur und Soziales die Notwendigkeit beider Maßnahmen anerkennt. Ebenfalls folge man dem Vorschlag des TSV, die Priorität auf die Verlegung eines Kunstrasens zu legen. Das Thema wird weitere Ausschüsse und die Stadtvertretung beschäftigen.

 

 

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erstellt am 06.Nov.2014 | 09:00 Uhr

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