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Jubiläumsausstellung : Kunst über das Dekorative hinaus

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beuys’ Wurstpappe und viel mehr: Die Schau „Private Schätze“ soll im Haizmann-Museum zum Staunen, Nachdenken und Diskutieren anrege.

Von Emil Nolde bis Joseph Beuys, von Richard Haizmann bis Andreas Brandt: der Kunstverein Niebüll entfachte zu seinem 30-jährigen Jubiläum im Richard-Haizmann-Museum ein „ästhetisches Feuerwerk“. So bezeichnete Museumskustos Dr. Uwe Haupenthal die zurzeit laufende Ausstellung. Vereinsmitglieder und Kunstenthusiasten zeigen bis Ende dieses Monats 48 Kunstwerke, die sie dem Kunstverein für eine Ausstellung der besonderen Art zur Verfügung gestellt haben.

Vereinsvorsitzende Erika Spaude und Bürgermeister Wilfried Bockholt freuten sich über die vielen Gäste, die zur Vernissage erschienen waren – und bis zu später Stunde blieben, galt es doch, sich statt mit nur einem Künstler, wie sonst üblich, gleich mit deren 30 zu beschäftigen und mit ihnen stumme Zwiesprache zu halten. Der Kunstverein folgte mit der ungewöhnlichen Sammelausstellung dem Beispiel des Hamburger Kunstvereins. In der Hansestadt waren es seit 1863 allerdings finanziell gut betuchte „Pfeffersäcke“, die ihren Kunstverein unterstützten. „Wir setzen heute die Hamburger Tradition fort“, sagte Erika Spaude und bat um Gehör für die Rede zur Ausstellung „Private Schätze – 30 Jahre Niebüller Kunstverein.“

„Wir bestaunen eine tolle Leistung von Kunstenthusiasten“, hatte Uwe Haupenthal gleich einen trefflichen Einstand für seinen Rundumblick. Rückblickend attestierte er dem Kunstverein eine Vielfalt gelungener großer Würfe, die vor Ort zur Kunstdiskussion beigetragen haben. Vieles von dem, was in der Ausstellung zu sehen ist, sei von früheren Ausstellungen heraus erworben worden.

Was für den Kunstinteressenten gilt, treffe auch für den Kunstverein in unserer kleinen Stadt zu. Diese aber sei „so klein“ auch nicht – durch ihr Museum und dessen Ausstellungen von Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Auf den Namensgeber des Niebüller Museums anspielend sagte Haupenthal, ausgestellt würden qualitativ hochwertige Arbeiten, die man nicht kennen könne, da sie bisher nicht veröffentlicht waren. So erweise der Kunstverein Richard Haizmann nicht nur seine Reverenz, sondern er führe noch einmal nachhaltig vor Augen, wie innovativ und sensibel Haizmann besondere Arbeiten vor 1933 und danach immer wieder besondere Arbeiten gelungen sind.

„Ich kann nur sagen: Umgeben Sie sich mit Kunst, die Ihnen gefällt, die Sie anregt und womöglich auch aufregt.“ Kunst sei ein Stück Lebensqualität, auf die man nicht verzichten sollte. „Suchen Sie sich Werke nach einer bestimmten Idee aus und verfolgen Sie Ziele, die über das Dekorative hinausgehen.“ Haupenthal ermunterte den Kunstverein Niebüll, bei der Sache und seiner Linie zu bleiben.

Nach dem gesprochenen Wort war Gelegenheit zum Gucken, Staunen, Nachdenken und Diskutieren – und zum Nachgespräch in kleiner Runde im „Wattwurm“. An Gesprächsstoff mangelte es angesichts der „unheimlichen Vielfalt“ dessen, was das Haizmann-Museum mit dieser erstmaligen und besonderen Ausstellung zu bieten hat, nicht. Der Kunstverein setzt auf eine nachhaltige Wirkung der Kunstwerke, bevor die Arbeiten nach der „Finissage“ (Sonntag, 29. November, 17 Uhr) wieder in der Versenkung des privaten Wohnbereichs verschwinden.





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