Ausstellung in Rodenäs : Kulturstation Zollhäuser präsentiert poetische Kunst

Eine besondere Ausstellung:  Barbara Schmidt-Tychsen (links) hat Susanne Zabel in die Kulturstation geholt. Fotos: prenzel (2)
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Eine besondere Ausstellung: Barbara Schmidt-Tychsen (links) hat Susanne Zabel in die Kulturstation geholt. Fotos: prenzel (2)

Beeindruckende Dialektik von Text und Bild: Schau „Visuelle Poesie“ von Susanne Zabel lockt derzeit nach Rodenäs.

shz.de von
04. Januar 2018, 03:04 Uhr

Rodenäs | Die Ausstellung „Visuelle Poesie“ von Susanne Zabel lockt derzeit in die Kulturstation Rodenäs. Die beiden Kulturmanagerinnen Elke Nord und Barbara Schmidt-Tychsen (Foto) haben mit diesem Thema wieder einen tollen Fang gemacht. Nach dem Motto „Das Gute ist so nah“ haben sie ihre vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bekannte Nachbarin und Künstlerin aus Rodenäs überredet, einmal auszustellen.

Susanne Zabel hat bei dem gerade ausgezeichneten Franz Ehrhard Walter an der Hamburger Kunsthochschule studiert, sie lebte und arbeitete für ein Jahr in Rom und wechselte 2011 nach Rodenäs. Die Arbeiten der Studienrätin enthalten eine Vielfalt von Themen und Techniken. Der Titel der Ausstellung „Visuelle Poesie“ enthält einen Hinweis auf die Verarbeitung von visuellen und sprachlichen Elementen, die Dialektik von Text und Bild. Damit ist auch der poetische Stimmungsgehalt der Ausstellung gemeint.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeiten sind „Erinnerungstexte“ und Collagen aus ihrer Kindheit in Düsseldorf, die der gegenwärtigen Situation vor Ort gegenübergestellt werden. Ihre Darstellung von gesammelten Objekten aus dem Alltag zeugt von ebenso profundem wie lustvollem Materialverständnis. Besonders gelungen sind die pastellfarbenen Rombilder, schöne Impressionen von Häusern, Türen, Fenstern, Stühlen – immer wieder mit rotbraunem Gemäuer als Farbfläche. „Aus dieser leuchten das Blau, Grün und das Violett hervor“, kommentiert Kuratorin Barbara Schmidt-Tychsen. „Die Künstlerin vermittelt ihre Faszination gegenüber alter Gemäuer, der Betrachter empfindet den morbiden Charme des Vergangenen.“

Susanne Zabel gestaltet leidenschaftlich gern aus Alltagspapier, Zeitungen, Tortenspritzen oder aber Fundstücken ihre spannenden Collagen. Zu sehen ist jede Menge an Textmaterial in unterschiedlicher Buchstabengröße und Schriftart. „Der Betrachter liest Lustiges, Verrücktes, Ernstes … aber keine Bilderklärung“, sagt Barbara Schmidt-Tychsen, „Die Künstlerin spielt mit ihren eigenen Mitteln.“

Ganz anders gestaltet sind die „Erinnerungstexte“. Diese handgeschriebenen Texte sind sehr persönlich. Die Rede ist von Salino-Lakritzen, ein altes Stopfgarn taucht auf … auf Schwarzweiß-Fotografien ist ein Kind in Serie zu sehen. Stillleben wie Maler-Utensilien oder eine im Hamburger Hafen gefundene alte Fischdose bilden dazu einen willkommenen Kontrast. „Es gibt viel zu entdecken“, freut sich Elke Nord und empfiehlt, ein wenig Zeit mitzubringen.

Bei einer Tasse Kaffee im Café kann man die Ausstellung Visuelle Poesie richtig genießen. Die Ausstellung dauert bis 15. Februar und ist üblicherweise freitags, sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.cafe-zollhaus.eu.




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